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Volkswagen AG – ein Tagesrückblick

Nachdem die Volkswagen-Tochter Audi einmal mehr sensationelle Absatzzahlen vermelden konnte und Porsche zudem noch verkündete, dass eine Aufstockung der Anteile auf über 50% in Planung sei, waren die Papiere des VW-Konzerns heute dankbares Opfer der sonst müden und von der Bankenkrise gebeutelten Spekulanten.

Das abgebildete Chart zeigt den heutigen Tages(!)verlauf. In der Spitze konnte die Aktie ein Plus von 50% verbuchen – der Schlusskurs wird 2% im Minus bei 283,50€ festgestellt.

Derartige Kursschwankungen kannte man bis dato lediglich von Pennystocks. Die turbulenten letzten Tage konnten durchaus auch Bankenwerte in der Größenordnung bewegen – allerdings nur in eine Richtung.

Der Volkswagen-Konzern besitzt eine Marktkapitalisierung von ca. 92 Mrd. €. Die heutige Tagesveränderung hat den Börsenwert des Unternehmens (wenngleich nur äußerst kurzfristig) um satte 46 Mrd. € auf 138 Mrd. € verschoben. Die Vermutung liegt nahe, dass diese extreme Schwankung auf kreditbasierte Geschäfte (Spekulation – Optionen – Zertifikate – Hebelwirkung) zurückzuführen ist. Vielleicht ist in den nächsten Tagen dazu mehr zu lesen.

Ansonsten laufen die Märkte unverändert ins Minus – der letzte Wert des DAX im späten Handel beträgt 5.156 Zähler, was einen Abschlag von 5% bedeutet.

Die Presse: “Appelle zur Beruhigung und Wirbel an den Börsen, FAZ”, “Europäer retten ihre Großbanken”, Sueddeutsche”.

Die Politik (in Person allen voran Angela Merkel) rückt zunehmend in den Fokus der Berichterstattung. Die Tage der Verharmlosung sind vorbei, so dass jetzt echtes Krisenmanagement gefragt ist. Für Angela Merkel eine neue Situation…

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Heutiges Happening: Eine Bank geht pleite…

Unglaublich aber wahr: am heutigen Tag musste die amerikanische Investmentbank Lehman Brothers die Pforten schließen. Nebenbei brach der Kurs des Lehman-Wertpapiers um knappe 95% ein.

Da dies momentan nicht die einzige wackelige Bank am Markt ist, gingen diese trotz 30 Mrd-€-Geldspritze seitens der europäischen Notenbank weltweit in die Knie.

Was kann den Anleger trösten? Es hätte schlimmer kommen können als die aktuell knapp 3% DAX-Tagesverlust (TecDAX 3%, MDAX 4%) – ich erinnere mich an Tage (in diesem Jahr), an denen die Verluste größer waren. Für Anleger, welche auf die Kehrtwende im Finanzsektor spekuliert oder vielleicht sogar gezockt haben, ist der heutige Tag zum Streichen.

Ob die Anleger, die ihr Geld bei Lehman gelagert haben, eine Chance auf Erstattung haben, ist unterdess ungewiss. Die Chancen stehen lt. Bafin allerdings nicht schlecht.

Mehr Infos: FAZ, Stern.

P.S.: Die Dax-Verliererliste:

  1. Commerzbank -9,3%
  2. Deutsche Postbank -7,3%
  3. Deutsche Bank -6,37%
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Bankenkrise auf neuem Höhepunkt

Das Geschäft mit dem amerikanischen Häuslebauer – eine Angelegenheit, die weltweit zu deutlichen Kurseinbrüchen führte und vermutlich weiter führen wird.

Am gestrigen Samstag wurde bekannt, dass der Hypothekenfinanzierer IndyMac nicht mehr kann – die Bank ist pleite. Während sich die Finanzhäuser hierzulande schon seit geraumer Zeit schwer haben, Kredite zu vergeben und man lange den Eindruck haben konnte, dass mit übertriebener Vorsicht agiert wird, war in Amerika das genaue Gegenteil der Fall. Die Geschäfte liefen bombig und die Banken gaben (wohl wissentlich, dass eine Stagnation eintreten wird) auch Kredite heraus, die ansich nicht mehr gedeckt waren. In der Folge brach als logische Konsequenz die Nachfrage ein und damit änderten sich die Preise im Markt drastisch. Die Sicherheiten (vielerorts die Immobilien selbst) wurden neu bewertet und “urplötzlich” waren nicht mehr ausreichend Sicherheiten vorhanden.

Statt der Suche nach einer Lösung des Problems begann man, die Kredite in Barleistung einzufordern. Warum nimmt man als Häuslebauer einen großen Kredit über viele Jahre auf? Richtig – weil man die Barmittel “gerade nicht flüssig hat”.

In dieser Konstellation gibt es keinen Gewinner – Immobilienbauer verlieren alles – und die Banken sitzen auf defakto wertlosen Immobilien.

Die Ursachen würde ich mit Gier und Maßlosigkeit bezeichnen. Bedauerlich ist die Tatsache, dass eine große Zahl Einzelschicksale damit in Verbindung stehen – Leute, die alles verloren haben, weil sie ihrem Bankberater vertraut haben.

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