besichtigung Archiv

3

Berlin: Flughafen Tempelhof

Nach einigen Tagen Ruhe hier im Blog möchte ich heute gleich zum Doppelschlag ausholen. Der letzte Besuch der Bundeshauptstadt Berlin ging mit einem Besuch des geschlossenen Flughafens Tempelhof einher.

Das durchaus beeindruckende Gelände mitten im Stadtgebiet ist mittlerweile für die Bevölkerung geöffnet. Anders verhält es sich leider mit den ausladenden Gebäuden. Diese sind zu Teilen in Nutzung – zu weiteren Teilen stehen sie leer und warten auf ein neues Bewirtschaftungskonzept. Die Gebäude darf man nach Zahlung von zarten 12 € in Form einer Führung besichtigen – na gut, immerhin.

Die Sperrung der Gebäude hat natürlich auch etwas Gutes: abgesehen von einer gewissen Leere auf Grund fehlender Passagiere ist das Gelände bisher von Vandalismus nahezu verschont geblieben – für eine weitergehende Nutzung wohl ein entscheidendes Kriterium. Eine kleine Besonderheits gab es an dem Tag, als wir da waren: auf Grund eines (nicht näher spezifizierbaren) Schlager-Events waren Teile des Flughafens durchaus belebt.

Der Preis, den Berlin dafür zahlt? 8 Mio. € – wobei der nette Herr lediglich die Summe, nicht jedoch die Positionen für Betrieb, Erhalt und Sicherung nannte. Um nicht weiter zu langweilen und mal wieder was zum Ansehen zu präsentieren: meine (zugegebenermaßen experimentell bearbeiteten) Eindrücke vom Rundgang. Was gibts zu sehen?

  • das Außengelände mit Rollfeld
  • die Bilder vom Gebäuderundgang inklusive Haupthalle sowie einiger historischer Relikte (wirklich interessant fand ich die Basketball-Arena mit angeschlossener Kneipe und Bowlingbahn, die die Amerikaner in der Nachkriegszeit errichteten)
  • die Bunkeranlage inklusive des Bunkers, der als Lager genutzt durch die Sowjets bei der Einnahme Berlins in Brand gesetzt wurde (ich hoffe, die provideten Informationen stimmen auch :-))
  • die Controllingtafel des Kraftwerks, welches zeitweilig neben dem gesamten Energiebedarfs des Flughafens noch bis zu 100.000 Haushalte versorgte
0

Honeckers Bunker – das Kontrastprogramm

Nachdem wir letztens die Stasi-Gedenkstätte Bautzen II besichtigt haben, geht momentan ein weiteres Bauwerk der DDR-Geschichte durch die Medien.

Für den Rückzug der Obersten der DDR konnte es nicht teuer und sicher genug sein, so dass mehrere immens aufwändige Bunkeranlagen gebaut wurden. Eine davon war das Objekt 17/5001 – der “Honecker-Bunker”. Dieser kann einmalig zwischen 02. August und 26. Oktober 2008 besichtigt werden. Der Preis liegt für eine 1,5h-Tour bei 20€ – für 100€ nimmt sich ein Mitglied des Teams 4h Zeit.

Leider hielt sich das Interesse an den Bauwerken in der Nachwendezeit in Grenzen, so dass durch Bunkertourismus verhältnismäßig viele der beweglichen Gegenstände “den Besitzer wechselten”. Das Interesse an der Technik war allerdings weniger groß, so dass diese noch fast vollständig zu besichtigen ist. Gerade das Objekt 17/5001 scheint viele Finessen zu enthalten. Neben den Versorgungsanlagen (Wasser, Strom, Küche) für die 350 Personen, die im Ernstfall dort hätten leben können, kann man sich die einmalige Aufhängung ansehen. Diese sollte Druckwellen großer Detonationen absorbieren können und dürfte für die damalige Zeit einige technische Herausforderungen dargestellt haben.

Interessierte finden einige weitere Informationen und Bilder unter bunker5001.com.