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Wir benötigen weniger Autos!

Die grüne Themenpalette sorgt bei mir schon seit einiger Zeit für Verwunderung. Das betrifft nicht das gesamte Spektrum aber eine Hand voll Highlights sind immer zu finden. Gern erinnere ich mich an die Forderung nach einem Benzinpreis von 5 DM – mittlerweile wäre auch das vorstellbar, ich sehe jedoch keinen grünen Politiker, der sich für diesen “Erfolg” zelebriert. Na gut – sei es drum.

Der neu gewählte Ministerpräsident von Baden-Württemberg fordert nun, dass wir Deutschen mit weniger Autos auskommen sollten (Spiegel). Dazu sollten wir (also jeder Bürger) uns insbesondere auch um alternative Möglichkeiten der Fortbewegung Gedanken machen. Und damit der Rundumschlag gleich richtig sitzt, platzierte er gleich noch die Forderung, dass die in Baden-Württemberg produzierten Fahrzeuge in Zukunft mit deutlich weniger Sprit auskommen sollten.

Lange Rede, kurzer… : In Baden-Württemberg arbeitet jeder vierte in der Automobilindustrie und die größten Arbeitgeber haben ihre Produkte eher auf Lifestyle und Komfort getrimmt. Die Vertreter von Porsche und Benz werden sich vermutlich gehörig die Haare raufen. Ich hätte da für die neue Regierung noch einige Vorschläge, die ganz sicher zur Entspannung in den Vorstandsetagen beitragen:

  • die Einführung eines Tempolimits in Baden-Württemberg
    … dann reicht auch ein kleiner Flitzer…
  • die Einführung einer Sondersteuer auf Hubräume über 1,2 Litern in Baden-Württemberg
    … das wäre ein zusätzlicher Anreiz für einen kleinen Flitzer…

Die zwei Punkte wären schonmal ein guter Ansatz: blöd nur, dass Porsche “kleine Flitzer” der anderen Art anbietet… Weiterhin könnte ich mir noch Folgendes vorstellen:

  • die Straffung der Regelungen für die grüne Umweltplakette durch die Herabstufung von Fahrzeugen mit mehr als 1,2 Litern Hubraum – die GRÜNE(!) Umweltplakette sollte auch gleich im ganzen (Bundes-)Land gelten!
    … Problem gelöst – in Baden-Württemberg würde schonmal niemand mehr ein Fahrzeug von ansässigen Unternehmen ordern…

Wer Ansätze von Ironie oder Sarkasmus findet, darf sie behalten :-)

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Über Misswirtschaft und Patente – Opel in der Klemme

Nach dem lauten Poltern um die geplante Eigenständigkeit des Autobauers Opel folgt nun die Ernüchterung. Als am 26. Februar dieses Jahres die Schlagzeile “Opel besitzt die eigenen Patente nicht mehr” zu lesen war, konnte man sich nicht vorstellen, dass selbst General Motors nicht mehr frei darüber verfügen kann:

[...] ist General Motors nicht mehr im Besitz der Patente seiner deutschen Tochterfirma Opel. GM habe die Patente als Sicherheiten an das amerikanische Finanzministerium abgegeben, um Hilfen der der Regierung in Milliardenhöhe zu erhalten [...] Die mögliche Rückübertragung von Patenten auf Opel spielt eine Rolle im Sanierungsplan der Manager. [...]

So wird das Rettungskonzept als “desaströs” kommentiert, was die Stimmung bei Opel selbst und im Umfeld kaum heben dürfte. Die Staatshilfe in Höhe von 3,3 Mrd. € dürfte damit in weite Ferne gerückt sein. Dass GM über einen längeren Zeitraum Gelder an Opel fließen lässt ist ebenso unwahrscheinlich, ließ das Unternehmen doch letztens verlauten, dass man die Einleitung eines Verfahrens zum Gläubigerschutz (Insolvenz) für eine gangbare Lösung hält. Zweifel des GM-Managements an der Nachhaltigkeit des eigenen Geschäftsmodells runden die Situation ab.

Der Vergleich zum Bankensektor sei an der Stelle erlaubt. Da wurde Hals über Kopf ein Topf in Höhe der Gesamtsteuereinnahmen eines Jahres geschaffen. Vergabekriterien? Vor dem Hintergrund der HRE schwer identifizierbar. Risikomanagement? Fehlanzeige. Im Verhältnis sind die Rettungspakete für die Unternehmen eine echte Lachnummer. Die Dominoeffekte mögen keine Verwerfungen am Finanzmarkt zur Folge haben – dafür werden sie am Arbeitsmarkt sichtbar. Ich bin gespannt, welch haarsträubende Logiken im “Superwahljahr” aufgetischt werden. Lassen wir uns einfach mal die Taschen füllen…

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Hilfe für amerikanische Autobauer steht

Nach langen Verhandlungen und dem letztlich im Kongress gescheiterten Entwurf zur Rettung der amerikanischen Automobilindustrie kommt nun doch die helfende Hand vom Staat. Die schwer krisengeschwächten Konzerne General Motors und Chrysler werden im Rahmen eines Notkredits Hilfen in Höhe von 17,4 Mrd. US-$ erhalten. Das ist definitiv ein sattes Pfund, was in seinem Ausmaß im Verhältnis zum Rettungspaket für die Finanzbranche in Höhe von 700 Mrd. US-$ allerdings deutlich an Wucht verliert. Genau aus diesem Topf werden die Kredite auch ausgezahlt – bis Januar immerhin 13,4 Mrd. $, um die Liquidität sicherzustellen und die Insolvenz zu vermeiden sowie die verbleibenden 4 Mrd. $ im Februar.

Die Einwände dagegen scheinen allerdings nicht aus der Welt gekehrt, sind die Restriktionen doch eher auf Managerbestrafung als auf die Ausrichtung der Geschäfte auf die Zukunft gemünzt. Die Führungsetagen müssen vorerst auf Dividenden verzichten und sich auf Gehaltsbegrenzungen einstellen.

Die deutsche GM-Tochter Opel steht weiterhin in Verhandlung mit Regierungskreisen. Ich persönlich vermute ja einen baldigen Verkauf – ob ein liquider und zuverlässiger Interessent zur Verfügung steht, wird allerdings (noch) nicht verraten.

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Solarworld übernimmt Opel?!

Die Meldung dürfte viele euphorisiert haben – wenngleich sie sich als Ente herausstellen könnte. Solarworld möchte Opel übernehmen. Was so banal klingt und vor dem Hintergrund der VW-Übernahme durch Porsche beim ersten Hören nicht zum Entsetzen führt, dürfte in der Umsetzung mehr als schwierig sein.

Franz Asbecks (Vorstandsvorsitzender Solarworld) Marschroute klingt einfach: die Übernahme findet zum Nulltarif statt. Dafür bleiben die Werke in Betrieb und die Mitarbeiter beschäftigt. Opel ist allerdings unter dem Dach von GM zu Hause. Warum sollten die Amerikaner den Konzern verschenken? Im Gegensatz zu Porsche scheint es auch keine Investments zu geben.

Sollte GM wirklich in die Nähe zur Insolvenz rücken, wäre das Szenario wohl nochmal diskutabel – wenngleich sich die “Investoren” dann anstellen werden.

Via Süddeutsche.