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Abwrackprämie 2.0 – der Segen geht weiter

Gut – Segen oder nicht liegt an dieser Stelle sicher im Auge des Betrachters. Fakt ist, dass der Schrottprämientopf deutlich auf nun 5 Mrd. € aufgestockt wurde, so dass der Zeitraum bis zur Wahl gesichert sein sollte. Weiterhin bleibt es auch bei der vollen Summe von 2.500€ pro Kauf – darüber war man sich in letzter Zeit ja nicht immer einig.

Damit ist aus einem klaren “nein” zur Verlängerung seitens der Bundeskanzlerin innerhalb eines doch überschaubaren Zeitraums ein freundliches “ja” geworden. Die Hersteller werden es nutzen und medial in die “Schrottkerbe” schlagen. Vermutlich werden nun alle versuchen, ihr günstigstes Angebot channelübergreifend zu präsentieren und dieses unter Einrechnung der Prämie und unter Verzicht auf Ausstattung dem Preislimit anzunähern. Mein Beileid an dieser Stelle gilt den Gebrauchtwagenhändlern und denen, deren Fahrzeug aktuell 7 oder 8 Jahre alt ist und bis Jahresende das neunte Lebensjahr nicht mehr erreicht.

Trotz allem: es existiert der Markt außerhalb des Abwrackgeschäfts – aktuell möchte nur niemand darüber berichten. Im Fall von Opel war letztens zu lesen, dass über die Prämie 40.000 Fahrzeuge abgesetzt wurden – für den Insignia allein liegen jedoch jetzt schon 80.000 Bestellungen vor. Nun stellt sich die Frage, ob man auf Gedeih und Verderb am Kleinwagengeschäft ohne nennenswerte Spannen teilnehmen will oder vielleicht doch einigen älteren Maximen folgt und über ansprechende Produkte die Deckungsbeiträge steigert.

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Lange Lieferzeiten und kaum Rabatte?

Angebot und Nachfrage regeln den Preis. Überdenkt man die Angebotssituation an Fahrzeugen seit der Einführung der Verschrottungsprämie, sollte das Angebot langsam aber sicher knapp werden. Während meines letzten Autohändler-Besuchs war ich etwas überrascht über den leergefegten Hof, was sich nahtlos in diese Theorie einfügt. Jahreswagen, Vorführwagen und Tageszulassungen dürften seit geraumer Zeit vergriffen sein – bleibt also nur noch der Griff zum “Fabrikneuen”. Die Produktions- und Logistikkapazitäten haben Obergrenzen, so dass volle Auftragsbücher zu einer verklemmten Liefersituation führen. Der geschäftstüchtige Autohändler muss also in der Theorie nicht mehr zum Schleuderpreis verkaufen sondern kann sich seinen Teil genehmigen – wäre da nicht die Schnäppchenwut der potenziellen Kunden. Medial geprägt werden saftige Rabatte – zuzüglich der Abwrackprämie – erwartet.

Zugegeben – es war eine Frage der Zeit, bis man die ersten Artikel über mäßige Angebote findet – heute war es dann soweit. Die SZ hat den Praxistest gemacht – das Resümee lautet:

Die Rabatte, die die Händler gewähren, halten sich in Grenzen. Vergünstigungen von nur sechs bis acht Prozent waren beim Test im Durchschnitt drin. Offenbar haben einige Händler einen Teil ihrer bisherigen Rabatte durch die Abwrackprämie ersetzt. Citroën hat den Listenpreis für seinen spartanisch ausgestatteten Kleinwagen C1 sogar um 800 Euro erhöht. Eine Ausnahme machte Fiat unter den Befragten: Der italienische Autohersteller gewährt bis 25 Prozent.

Häuft sich diese Art der Berichterstattung, dürfte der Kaufrausch bald vorbei sein.

Abgesehen davon drängt sich unweigerlich eine Frage auf: Händler und Hersteller verweisen auf Rekordabsätze – warum ändert sich die wirtschaftliche Situation in den Branchen nicht? Werden die Fahrzeuge unterm EK veräußert oder ist die Existenz schwarzer Löcher damit erwiesen?