Der weltweit größte Handyhersteller ist mit seiner Plattform Symbian am Ende. Insbesondere Apples iOS und Googles Android haben Bewegung in den Markt der mobilen Endgeräte gebracht und verfügen nicht zuletzt durch die klug konzipierte App-Store / Market-Strategie über glasklare Alleinstellungsmerkmale. Welche Rolle Microsoft mit Windows Phone 7 in dieser Runde spielen wird, steht bisher in den Sternen, da der Softwareriese als letzter der genannten seine Lösung auf den Markt gebracht hat und nun größte Mühe hat, ähnliche Angebote für die Plattform (Market, Store, …) zu produzieren und zu platzieren.
Sei es drum: Nokia hat sich immer bemüht, durch eine Symbiose aus Hard- und Software einen Mehrwert für die Käufer zu generieren. Die Ankündigungen stellen die gesamte Unternehmensstrategie auf den Kopf und werden wohl oder übel zu erheblichem Änderungsbedarf in der Organisation führen. Nicht verwunderlich, dass die Börsianer die Entwicklungen kritisch sehen und der Kurs von Nokia gestern zeitweise um 10% nachgab.
Konkret? Der Strategiewechsel sieht das Einstampfen von Symbian und Meego vor – anstelle dessen nun maßgeblich Windows Phone auf den Geräten laufen soll. Warum sich das Nokia-Management für die zuletzt veröffentlichte Plattform (mit der geringsten Verbreitung) entschieden hat, lässt sich für mich nicht so recht erklären.
Vor den Angestellten liegen harte Wochen: die Entwicklung der Alt-Plattform wird nicht weiter betrieben. Ob in ähnlicher Größenordnung Entwicklungsleistungen für Microsofts Plattform benötigt werden, wird wohl auch noch abzuwarten sein.
Konsens? Ein Strategiewechsel war überfällig und ist für ein Unternehmen wie Nokia fast schon existenzgefährdend spät angegangen worden. Inwiefern die nun getroffene Ausrichtung in den Markt passt, wird sich noch zeigen müssen.