28. Oktober 2008 von Stefan Jung
Von Häusermarkt über Finanzkrise und Rettungspaket zu Volkswagen. Der Steuerzahler darf sich im Besitz von 20% sehen während Porsche mittlerweile Zugriff auf 74% der Anteile besitzt. Davon liegen 42,5 % von VW im Depot der Holding während weitere 31,5 % in Form von Optionen gesichert sind - die zugehörigen Aktien weilen (hoffentlich) in den Depots der Emittenten.

Um die verbleibenden 6% wird derweil im Börsenhandel gestritten als gäbe es keine Morgen. Getrieben von Leerverkäufen durchbricht die Aktie am heutigen Tag die 1000-Euro-Marke und VW wird damit kurzzeitig zum teuersten Konzern der Welt. Kennzahlen? Interessieren nicht mehr - die Bewertung liegt mit einem KGV von 80 erschütternd weit in der Spekulationszone.
Wer jetzt denkt, sich eben schnell mit Puts einzudecken, kommt leider zu spät. Da sich diese ganz offensichtlich nicht mehr deckeln lassen, ist es derzeit defakto unmöglich, auf den so extrem wahrscheinlichen Kurseinbruch zu spekulieren. Schade eigentlich :-)
Eine kleine Nebenerscheinung werden wohl Abschreibungen einiger Banken in Milliardenhöhe werden - den Termingeschäften sei dank. Darüber hinaus prüft die Bafin, ob es zu vorsätzlichen Kursmanipulationen gekommen ist.
Sinkt der Anteil handelbarer Papiere auf unter 5%, wird der Wert aller Wahrscheinlichkeit nach aus dem Index verschwinden - und auch dies wird nicht ohne Poltern stattfinden. Auf Grund der extremen “Wertsteigerung” besteht der größte deutsche Index aktuell zu 23% aus Volkswagen (in der Spitze wurde die Hälfte der Kapitalisierung des gesamten Index! erreicht). Der Unternehmenswert belief sich zwischenzeitlich auf 295 Mrd €. So betrachtet könnte man sich bei Porsche glatt ärgern, dass man die Anteile nicht in Form von Spekulationsgewinnen realisieren kann.
Weitere Infos bei der FTD, der FAZ, der Sueddeutschen und allen anderen Gazetten :-) Das Bild war heute bei der Comdirekt zu finden.
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26. Oktober 2008 von Stefan Jung
Die langsamer als erwartet verlaufende Entwicklung der Mittelstandssoftware “Business by Design” sowie die allgemein verschlechterte Weltwirtschaftslage veranlassen die SAP AG, den Verkauf ihres Rechenzentrums in St. Leon Rot zu prüfen. Zudem ist die Akzeptanz der gehosteten Lösung, bei der das Unternehmen die Hoheit über seine Daten an SAP überträgt, scheinbar deutlich schlechter als erwartet. Dass sich die Akzeptanz im Falle eines Verkaufs des Rechenzentrums erhöht, darf bezweifelt werden, da noch ein weiterer Dienstleister involviert wäre.
Die Interessentenliste lässt eher auf eine Vertagung der Lösung oder eine Änderung des Konzepts schließen. Mit British Telecom und T-Systems stehen Interessenten in der Tür, die durchaus auch mit eigenen Angeboten die Kapazitäten nutzen könnten. Dafür spricht auch der Umstand, dass über technische Varianten nachgedacht wird, die beim Kunden platziert werden können.
Via Golem.
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26. Oktober 2008 von Stefan Jung
Wo gehobelt wird, fallen Späne - das bleibt auch der CSU nicht erspart. Nach der eher blamablen Vorstellung des Duos Beckstein/ Huber ist es nun der ehemals in die Ecke gestellte Horst Seehofer, der heute zum Parteivorsitzenden und demnächst extrem wahrscheinlich zum Ministerpräsidenten gewählt wird. Dass auf dem Sonderparteitag Rufe nach Beckstein laut werden, kann ein Nicht-Franke wohl kaum nachvollziehen. Aus Becksteins Parole
Einen anständigen Bayern schüttelt es beim Gedanken an eine Koalition
ist ein Seehoferscher Koalitionsvertrag mit der FDP geworden. Für den Umstand, dass er das Wahlergebnis nicht zu verantworten hat eine recht respektable Bilanz.
Via FAZ.
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25. Oktober 2008 von Stefan Jung
Geben ist seliger als nehmen? Falsch gedacht! Das setzen von Trackbacks ohne Link auf die Seite ist zur Unsitte geworden - ebenso wie das Kommentieren mittels gewünschten Suchbegriffen. Blog-Riese Robert Basic dürfte damit deutlich mehr Aufwand haben als das hier der Fall ist - nichtsdesto trotz sollte der Hinweis auf die Quellen obligatorisch sein.
Ansich ist die Trackback-Funktion überflüssig, da Pingback automatisch einen Verweis beim Linkempfänger erzeugt. Leider funktioniert das nicht sehr zuverlässig. Hat jemand eine Idee, woran das liegen könnte?
Meinen Lesern ein schönes sonniges Wochenende!
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23. Oktober 2008 von Stefan Jung
Unter dem Motto “der gläserne Passagier” wurde heute in unzähligen Medien über die Pläne zum “Nacktscanner” berichtet. Dahinter verbirgt sich das Bestreben nach mehr Sicherheit - und diese erreicht man nur, wenn man die Leute am Flughafen “auszieht”.
Ehrlich gestanden hätte ich schon ein etwas mulmiges Gefühl bei dem Gedanken, völlig unbekleidet vor dem netten Sicherheitsbediensteten zu stehen während dieser ganz trocken fragt: “Na junger Mann, was haben wir denn da in der Hose?”
Einen eher nüchternen Kommentar findet man in der FAZ - einen lustigen beim Zeitcollector :-)
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23. Oktober 2008 von Stefan Jung
Googles hauseigener Statistikdienst wird aufgepeppt - und zwar nicht zu knapp. Über die derzeit verfügbaren Features hinaus wird der erfreute Nutzer demnächst selbst Reports erstellen können sowie eine API zur Verfügung haben. Die angekündigte Integration von AdSense in Analytics ist meines Erachtens nach schon überfällig.
Golem bietet einige Screenshots. Mein Account sieht allerdings aus wie immer. Wann die Änderungen flächendeckend ausgerollt sein sollen, ist ebenfalls nicht erwähnt.
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23. Oktober 2008 von Stefan Jung
Der Walldorfer Softwarekonzern SAP, der sein Kerngeschäft derzeit auf Sparflamme fährt, investiert in LinkedIn - das amerikanische Vorbild von Xing. LinkedIn gehört neben Facebook zu den derzeit am risikoreichsten bewerteten Unternehmen. Der aktuelle Wert soll sich auf 1 Mrd. $ belaufen. Im Gegensatz zu Facebook, dessen Wert von Gründer Marc Zuckerberg großzügig auf 15 Mrd. $ geschätzt wird, klingt das zwar nach einem Schnäppchen - ganz so klar erscheint mir der Fall allerdings doch nicht.
Lange Rede, kurzer Sinn: die Investition des Konsortiums um Goldman Sachs, McGraw-Hill, SAP Ventures und Bessemer Venture Partners wird sich auf knapp 23 Mio. $ belaufen. Die verhältnismäßig kleine Summe suggeriert doch, dass man sich des Risikos durchaus bewusst ist.
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22. Oktober 2008 von Stefan Jung
Nachdem das Finanzdesaster um die Bayern LB Erwin Huber den Finanzministerposten gekostet hat, folgt nun die West LB mit der vorsichtigen Anfrage beim Bund. Dem 500 Mrd-Pakt der Bundesregierung gedankt, kommt es vorerst nicht zum großen “Bankensterben”. Die Bayrische Landesbank hat mit einem gesamten Kapitalbedarf von 6,4 Mrd. € den Rahmen mehr als gesprengt - ein operativer Verlust von ca. 3 Mrd. € im laufenden Geschäftsjahr scheint für eine Bank doch mehr als schaurig.
Die Sachsen LB war scheinbar erstes - aber nicht letztes - prominentes Opfer.
Via FAZ.
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