Über den Autor: Stefan Jung

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Artikel von Stefan Jung

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Vereinfachung im Steuerrecht?

Da bleibt mir glatt der Mund offen – die Koalition hat eine “Vereinfachung im Steuerrecht” beschlossen. So wird nächstes Jahr der Freibetrag für Werbungskosten von aktuell 920 auf dann 1000 € angehoben. Das Angebot ist löblich mau und die Rechnung dazu leider nicht erläutert.

Laut Welt kostet die Anhebung 330 Millionen Euro. Wie ansich allgemein bekannt, kann die Werbungskostenpauschale anstelle eines aufwändigen Einzelnachweises tatsächlicher Aufwände vom zu versteuernden Einkommen abgezogen werden. Die Kosten einerseits und die Minderbelastung andererseits betragen also – und das ist eine wirklich schon übertrieben polit-freundliche Rechnung – beim größtmöglichen Grenzsteuersatz von 45% (ab Einkommen von > 250.000 €) die Differenz zwischen alter und neuer Pauschale multipliziert mit dem Grenzsteuersatz:

1000 € -920 € = 80 €

80 € * 45% = 36 €

Bleiben für jeden Monat 3 – drei – € – viel Spaß beim Einkaufen!

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Dresden: Bürgerhotline 115 aktiv

Für die Bewohner des schönen Dresdens besteht ab sofort die Möglichkeit, Verwaltungsverfahren über die bundesweit einheitliche Rufnummer 115 anzustoßen. Aktuell ist das Projekt in der Testphase und wird (noch) nicht aus dem sächsischen Raum betreut. Anrufer landen in einem freundlichen Call-Center in Dortmund. Dresden soll im sächsischen Raum als Pilot agieren und im weiteren Verlauf den Rollout in weitere Regionen unterstützen – wie es zur Konstellation mit Dortmund kam, ist leider nicht zu finden.

Bundesinnenminister De Maiziére und Helma Orosz begleiteten die offizielle Go-Live-Zeremonie auf dem IT-Gipfel in der sächsischen Landeshauptstadt.

Ich bin auf die Akzeptanz des Dienstes genauso wie auf die Ausgestaltung der Abwicklung selbst gespannt, besteht doch im Kontext von Verwaltungsverfahren gewöhnlich ein nicht zu unterschätzender Bedarf an Schriftverkehr, der prinzipiell auch digital bewältigt werden könnte.

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Die Zensursula geht (wieder einmal) um…

Auslöser für die doch heftigen Diskussionen über Online-Zensur ist diesmal der Jugendmedienschutzstaatsvertrag, der eine Kennzeichnung von Webangeboten zum Schutz der Jugend fordert.

Einige Betreiber kündigen bereits die Schließung ihrer Blogs an und die Abmahnanwälte reiben sich die Hände – ich bin ehrlich gestanden nicht für die jetzt ausgefertigte Version.

Dass Jugendschutz aktuell noch nicht groß genug geschrieben wird dürfte die Parteien einen – wie man die Herausforderungen der digitalen Welt allerdings wirkungsvoll und für alle tragbar meistern kann sollte nochmal diskutiert werden. Meine Empfehlung wäre die intensivere Beteiligung von Webmastern eines breiten Spektrums wie auch Vertretern aus Wirtschaft, Politik und der Rechtswissenschaften.

Via Golem, Shakwave, Xploded, Nextgennetworks, Milchrausch und Gezettelt.

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Jugendwörter 2010 – wie immer sehr kreativ

Seit einiger Zeit kursieren einmal jährlich die kreativen Wortneuschöpfungen der Jugendlichen in den Medien. Erschreckenderweise fühle ich mich dabei regelmäßig außen vor – schön finde ich sie aber. Die Top-Platzierungen in diesem Jahr lauten:

  1. Niveaulimbo
    -> ständig sinkendes Niveau
  2. Arschfax
    -> Etikett von Unterhosen
  3. egosurfen
    -> sich selbst im Internet suchen
  4. Speckbarbie
    -> hergerichtetes Mädchen mit deutlich zu engen Kleidern
  5. n1, nice one
    -> gut gemacht!
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Politik? Nee – Schnäppchen!

Welch schöne Effekte unsere digitale Welt mitsich bringt. Dank diverser Blogverzeichnisse, die einen kleinen Mehrwert durch Statistiken liefern, lässt sich ein kleiner Überblick über die Interessenslage des Volkes ermitteln. Auch wenn mir durchaus bewusst ist, dass derlei Statistiken wohl nicht den Querschnitt abbilden, so finde ich das Zahlenwerk doch interessant.

Wie jeden Tag lässt sich bei der Bloggerei eine “Most readed”-Liste von Blogbeiträgen generieren. Diese findet man: hier.

Trotz aktueller Wikileaks-Debatte und doch erheblichen politischen Diskussionen finden sich auf den ersten Rängen ausschließlich freundliche Hinweise auf den heute von Amazon zelebrierten “Cyber Monday”.

  1. MyDealz – Bestimmt eure Weihnachtsgeschenke bei Amazon selber
    (ca 12.000 Leser)
  2. Playstation News – Heute ist Cyber Monday: Liste der Schnäppchen
    (ca. 6.000 Leser)
  3. Preisjaeger.at – Richtig ein Amazon Cyber Monday Schnäppchen schlagen
    (ca. 4.400 Leser)

Die medial bereits vorgeglühte Weihnachtszeit scheint mir eine untergeordnete Rolle zu spielen – die Rangliste sieht ansich immer ähnlich aus.

An der Stelle darf man Amazon zur äußerst gelungenen Marketing-Aktion gratulieren. Ein ausschweifendes Fazit lasse ich einfach mal aus – interessante gedankliche Anstöße benötigen keine Wertung :-)

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Wikileaks: Dokumente zur Weltsicht der USA

Wikileaks hat offenbar mit der Veröffentlichung von den angekündigten Dokumenten begonnen, die ein neues Weltbild prägen werden. Dass der externe Blick mitunter unangenehm sein kann, ist bekannt – nun bin ich gespannt, wie die Weltpolitik reagiert. Ganz abgesehen davon, dass es sich im anhängigen Fall um amerikanische Papiere handelt, kann ich mir jedoch auch locker vorstellen, dass Unterlagen ähnlichen Formats in aller Herren Länder im Archiv schlummern.

Hier ein paar erste Auszüge – die nächsten Tage werden sich einige große Medien dem Thema wohl intensiv widmen und damit ihre Auflage polieren:

[Angela Merkel] … habe aber “keine mutigen Schritte unternommen, um den substantiellen Inhalt dieser Beziehung zu verbessern”

Auch die Bezeichnung “Teflon-Kanzlerin” erscheint nicht sehr schmeichelhaft, sollte jedoch in einer gedanklich freien Welt als persönliche Meinung zulässig sein. Weiter geht es mit Außenminister Westerwelle:

Und das Urteil über den deutschen Außenminister Guido Westerwelle? Seine Gedanken hätten “wenig Substanz”, schreibt höchst undiplomatisch der gegenwärtige Chefdiplomat der USA in Berlin, Botschafter Philip Murphy. Das liege vor allem daran, dass offenbar seine “Beherrschung komplexer außen- und sicherheitspolitischer Themen noch Vertiefung erfordert”. Das ist schon eine echte Unfreundlichkeit.

Interessant ist der Datenschutzvermerk:

Die 251.287 Depeschen wurden allerdings über das geheime Nachrichtennetz Secret Internet Protocol Router Network (SIPRNet) verschickt und stehen etwa 2,5 Millionen Mitarbeitern der US-Behörden zur Verfügung. Sie werden in einer abrufbaren Datenbank gespeichert. Etwa die Hälfte der veröffentlichten Dokumente unterliegen laut Spiegel keiner Geheimhaltungsstufe, 40 Prozent tragen den Vermerk vertraulich und sind somit nur 850.000 Mitarbeitern zugänglich. Etwa sechs Prozent (15.652) werden als geheim eingestuft, davon tragen 4.330 den Vermerk “Noforn”, also nur für die Einsicht von US-Amerikanern gedacht, so der Spiegel weiter.

Insbesondere bzogen auf die Nah-Ost-Region wird der Tonfall noch etwas rauher… So denn – der Berichterstattung freien Lauf mit der Bitte um möglichst objektive Bewertung :-)

More: Spiegel, Golem.

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