… Bürgergeld – oder anders benannt: bedingungslosem Grundeinkommen?
Dieter Althaus ist ja bekanntermaßen Verfechter des Bürgergeldansatzes und hat einmal mehr ein Papier vorgestellt, in dem er die Machbarkeit anhand eines kleinen Zahlenspiels unterlegt.
Dabei benennt er 600 € Bürgergeld pro Kopf wobei zusätzliche Transferleistungen beispielsweise für Wohnraum möglich sind. 200 € gingen jedoch direkt in die Sozialkassen – bleiben also mit 400 € etwas mehr als das bisherige Hartz IV. Schön, dass die Diskussion mal wieder – wenn auch nur über kleinere Medien – geführt wird, schade allerdings dass die einst angesetzten 800 € Grundeinkommen eingekürzt wurden.
Neben dem Grundeinkommen enthält das Papier auch einen Ansatz für die Neuordnung des Steuersystems. Im Kontext anderer diskutierter Modelle ist dieses konkurrenzlos einfach und sieht eine Besteuerung von 40% ab einem Einkommen von 18.000 € jährlich.
Weitere Transfers würden sich in einem solchen Szenario erübrigen (u.a. Bafög, Kindergeld, …)
Nun kann man davon halten was man will – meinen Geschmack trifft es jedenfalls. Da es nun doch schon recht spät ist, werde ich auf die Ausführung des “Warum?” erstmal verzichten.
More? TAZ & Thüringer Allgemeine.
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lol… deinen geschmack trifft es. der trick klappt nur bei den geistig schwachen. in der theorie klingt das alles super. was wird passieren wenn man ganz plötzlich soviel geld unter die leute bringt. ganz einfach die industrie hebt die preise an. danach wird die gesamte bürgerschaft herabgesetzt was den wohlstand angeht. was bedeutet das bürgergeld muss wieder angepasst werden. und der kreislauf von vorn. im endeffekt wird die kriminalität steigen weil die jenigen die nur vom bürgergeld leben faktisch arm sind. wenn du das jetzt nicht glaubst oder begreifst solltest du mal deine suchmaschine anwerfen. es gab in den 80ern in einer provinz großbrittanien bereits versuche mit diesem modell. nach einem jahr abgeschafft da nicht praktikabel. das wäre fast in vollkommene anarchy ausgeartet… fakt ist nun mal eine wirtschaft wächst durch bedürfnisse! keine bedürfnisse! keine wirtschaft! und wer baut heute schon seine kartoffeln im eigenen garten an! denk mal darüber nach!
Hallo Gregor,
du wirst Verständnis dafür haben, dass ich mir deinen einleitenden Satz nicht annehmen kann.
In meinen Augen setzt deine Argumentation an der falschen Stelle an. Genau betrachtet haben wir nichts anderes als ein Bürgergeld – viel zu kompliziert und mit massiven – insbesondere psychologischen – Unwegbarkeiten bestückt aber Hartz IV geht schwer in die Richtung. Betrachtet man die Mengenlage unabhängig irgendwelcher am Rand genannten Zahlen, deren Einordnung ohnehin nur unter Kenntnis des gesamten Konzepts möglich ist, so stellt man schnell fest, dass der Althaus-Vorschlag eben die Leute, die nicht arbeiten gehen auch nicht zu Schwerverdienern macht. Der Auslöser für den von dir beschriebenen Kreislauf ist für mich wenig nachvollziehbar und die eigentlichen Profits des Modells liegen auch nicht im Mehrverdienst von Transfergeldbeziehern. Dazu werde ich wohl doch nochmal einen Artikel schreiben…
Darüber hinaus möchte ich darauf hinweisen, dass Wirtschaft nur ein Teil der Gesellschaft ist. Ich würde mich freuen, wenn in den Wirtschaftswissenschaften und vielmehr noch in den großen Medien regelmäßiger ein übergreifenderer Blick auf die Realität ermöglicht würde… Denn eines ist klar: Wirtschaft wachsen lassen ist kein Problem – aber das will in der Form dann hier definitiv niemand… Things aren’t always as easy as they seem…