Eine Ohrfeige dem lokalen Einzelhandel…

Was in Stuttgart der Bahnhof wird in Dresden vielleicht der Ladenschluss in der Adventszeit. Wenn ich mich an die letzten Jahre zurückerinnere, so konnte man zumindest an ausgewählten Adventssonntagen zum Shopping-Bummel in der Stadt verweilen.

Der Hintergrund: das Oberverwaltungsgericht sah sich in so kurzer Zeit nicht in der Lage, die Klage von Verdi und allen voran Frank Fischer (sowie zwei Angestellten des Einzelhandels) zu prüfen und abschließend zu entscheiden, ob beim Hin- und Her-Entscheid zur Erweiterung der Ladenöffnung in der Adventszeit im Dresdner Stadtrat alles mit rechten Dingen zuging, so dass die Entscheidung vertag und in diesem Jahr erstmal keiner der Adventssonntage zum Einkaufen einlädt.

Ich bin mir garnicht wirklich sicher ob es einen Konflikt zwischen Einzelhändlern und den dazugehörigen Beschäftigten gibt – hier sehe ich allerdings keine lösungsfreie Zone…

Die Reaktionen: der Einzelhandel ist entsetzt (die Stadt ist insbesondere vor Weihnachten voller Touristen und alle haben das “dicke Portemonaie” dabei) – ich als Bürger bin ehrlich gestanden enttäuscht, die Angestellten des Einzelhandels haben ihre Ruhe aber ein ganz wichtiges Ziel ist erreicht: die Aktivisten, die sich in heroischer Weise für die Interessen der kleinen Leute einsetzen, haben ihre Schlagzeile im Regionalblatt – Glückwunsch!

Der geneigte Dresdner – und irgendwie dank der medialen Präsenz dieses Ereignisses auch die potenziellen Touristen – haben nun also die Wahl, ihre Einkäufe in Leipzig, Chemnitz, Berlin oder noch einfacher bei Amazon und Ebay zu besorgen.

Auch wenn Herr Fischer der tiefen Überzeugung ist, dass es an Geld und nicht an Zeit fehlt, so möchte ich doch nochmal darauf hinweisen, dass die Leute, die das Geld in die Stadt tragen, typischerweise an 5 Tagen die Woche arbeiten und darüber hinaus Touristen als Gelegenheitskäufer zwar auch über das Jahr verteilt zu Besuch sind – der Umsatz vor Weihnachten allerdings auf einem anderen Niveau rangiert.

Mein Fazit: Ich bin zutiefst davon überzeugt, dass einmal mehr ein wirklich wichtiges Thema in einer außergewöhnlich professionellen Art und Weise behandelt wurde. Wer Ironie findet, darf sie behalten :-)

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