Archiv vom Juli 2010

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Berlin: Flughafen Tempelhof

Nach einigen Tagen Ruhe hier im Blog möchte ich heute gleich zum Doppelschlag ausholen. Der letzte Besuch der Bundeshauptstadt Berlin ging mit einem Besuch des geschlossenen Flughafens Tempelhof einher.

Das durchaus beeindruckende Gelände mitten im Stadtgebiet ist mittlerweile für die Bevölkerung geöffnet. Anders verhält es sich leider mit den ausladenden Gebäuden. Diese sind zu Teilen in Nutzung – zu weiteren Teilen stehen sie leer und warten auf ein neues Bewirtschaftungskonzept. Die Gebäude darf man nach Zahlung von zarten 12 € in Form einer Führung besichtigen – na gut, immerhin.

Die Sperrung der Gebäude hat natürlich auch etwas Gutes: abgesehen von einer gewissen Leere auf Grund fehlender Passagiere ist das Gelände bisher von Vandalismus nahezu verschont geblieben – für eine weitergehende Nutzung wohl ein entscheidendes Kriterium. Eine kleine Besonderheits gab es an dem Tag, als wir da waren: auf Grund eines (nicht näher spezifizierbaren) Schlager-Events waren Teile des Flughafens durchaus belebt.

Der Preis, den Berlin dafür zahlt? 8 Mio. € – wobei der nette Herr lediglich die Summe, nicht jedoch die Positionen für Betrieb, Erhalt und Sicherung nannte. Um nicht weiter zu langweilen und mal wieder was zum Ansehen zu präsentieren: meine (zugegebenermaßen experimentell bearbeiteten) Eindrücke vom Rundgang. Was gibts zu sehen?

  • das Außengelände mit Rollfeld
  • die Bilder vom Gebäuderundgang inklusive Haupthalle sowie einiger historischer Relikte (wirklich interessant fand ich die Basketball-Arena mit angeschlossener Kneipe und Bowlingbahn, die die Amerikaner in der Nachkriegszeit errichteten)
  • die Bunkeranlage inklusive des Bunkers, der als Lager genutzt durch die Sowjets bei der Einnahme Berlins in Brand gesetzt wurde (ich hoffe, die provideten Informationen stimmen auch :-))
  • die Controllingtafel des Kraftwerks, welches zeitweilig neben dem gesamten Energiebedarfs des Flughafens noch bis zu 100.000 Haushalte versorgte
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Jörg Kachelmann ist frei!

Vier Monate und zahlreiche – mitunter wilde – Spekulationen sowie ebenso viele Tiefschläge gegen den vermeintlichen Täter später wurde Jörg Kachelmann am heutigen Tage aus der Untersuchungshaft entlassen.

Medienberichten zufolge besteht zum aktuellen Zeitpunkt “kein dringender Tatverdacht” mehr – Verdunklungs- und Fluchtgefahr halten die verantwortlichen Richter (diesmal vom Oberlandesgericht Karlsruhe) offenbar auch für unwahrscheinlich.

Unabhängig von der Entlassung des Meteorologen wird am 6. September der Prozess auf Basis der Vorwürfe eröffnet. Ohne den Ausgang des Verfahrens vorwegnehmen zu wollen würde mich interessieren inwieweit der Steuerzahler für diese (zumindest bis zum heutigen Tage) desaströse Vorstellung aufkommen wird…

Erstaunt bin ich über die Gelassenheit, mit der Herr Kachelmann einerseits mit den Vorwürfen sowie andererseits mit seiner Inhaftierung umgeht.

Ob die Freilassung – wie an einigen Stellen intensiv diskutiert – wirklich Auswirkungen auf die Großwetterlage haben wird, wage ich zu bezweifeln…

More: FAZ, Spiegel.

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Krankenkassenbeiträge runter!

Während die Kassenbeiträge steigen und mittlerweile sogar Zusatzbeiträge für kräftigere Menschen öffentlich diskutiert werden, neige ich dazu, mich für sinnvolle Verschiebungen der Aufwände auszusprechen.

Mir erscheint die im Video vorgestellte Idee besser als jeder aufgezwungene Sport – insbesondere die teilweise krankenkassengesponsorten Fitnessstudiobesuche erscheinen mir unter Kostengesichtspunkten wenig sinnvoll – verursachen doch falsch ausgeführte Trainingseinheiten mit viel zu hohen Gewichtsbelastungen (weil viel viel hilft!) dauerhafte Folgekosten für die medizinische Nachbehandlung.

Bevor der Eindruck entsteht, dass ich gegen Bewegung und für stilles Sitzen und Liegen plädiere, empfehle ich dass Video und wünsche allen sportlichen und weniger sportlichen Lesern ein schönes (wenn auch etwas kühleres) Wochenende!

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DE-Mail: Sicherheitsleck?

Über das Thema DE-Mail habe ich mich ja bereits an mehreren Stellen geäußert (DE-Mail made by Deutsche Post: E-Postbrief, Bürgermail kommt: DE-Mail für alle! und Weniger ist mehr – der Dienst Bürgermail) und es ist auch nicht von gestern oder letzter Woche. Umso erstaunlicher, dass jetzt Sicherheitsbedenken die Runde machen.

Nach Thomas Lapp und Elmar Müller besteht mit der kurzzeitigen Entschlüsselung der Inhalte auf den Servern der Anbieter eine Sicherheitslücke, die nach Meinung der Experten geschlossen werden sollten. Worin besteht das Problem?

De-Mail arbeitet browserbasiert, die Nutzer geben also ihre De-Mails im Browser ein. Die über das Browserformular gesendeten Daten werden dann über eine per SSL verschlüsselte Verbindung an den Server übertragen und dort entschlüsselt. Erst wird die eigentliche De-Mail auf Serverseite verschlüsselt und gegebenenfalls an einen anderen Provider übertragen. Ruft nun ein Nutzer eine so verschlüsselte De-Mail über das Browserinterface seines Providers ab, wird die De-Mail wieder serverseitig entschlüsselt und über eine mit SSL gesicherte Verbindung an den Browser geschickt.

Die Meinungen zum Thema sind kontrovers und werden im Netz auch so diskutiert. Tatsächlich sind zum aktuellen Zeitpunkt noch nichtmal die Geschäftsmodelle geschneidert und das Thema wandert mit negativem Touch durch die Medien.

Da der Dienst einfach und für jeden nutzbar sein soll, lässt sich nach aktuellem Stand der Technik der beschriebene Prozess kaum vermeiden. Möglich wären  nutzerseitige Zertifikate was sich jedoch nicht einfach realisieren lässt. Tatsächlich ergäben sich unter der Annahme, dass sich Nutzer um die Sicherheit (im Sinne der Anschaffung eines Zertifikats o.ä.) kümmern noch deutlich erweiterte Möglichkeiten ohne den Bedarf an DE-Mail.

Fazit: die Blogosphäre scheint sich einig: so wird das nichts mit DE-Mail (stefan.ploing.de, Ereignisblick und ein neutraler Artikel bei Vinews).

Wie immer und überall handelt es sich um einen Prozess, in dessen Verlauf sich Erfolg oder Misserfolg einstellen wird. Neben der technischen Realisierung halte ich die Anlaufphase und insbesondere die Bepreisung des Dienstes für ein entscheidendes Erfolgskriterium. Für die kleine technische Unschärfe dürften sich geeignete Maßnahmen finden lassen (organisatorische / technische).

Im Gegensatz zum Stand “Heute” – ich unterstelle, dass der Monsteranteil der Nutzer die Kommunikation gänzlich unverschlüsselt abfrühstückt – könnte DE-Mail ein Schritt nach vorn sein. Wir werden sehen.

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Datenschutz im Visier: heute Apple!

Es scheint als müsse man als “Global Player” in IT- und IT-nahen Bereichen und allem voran in Geschäftsfeldern nahe des Internet mit dem Wunsch, in diesem erlauchten Kreise bleiben zu dürfen, Kunden- und Nutzerdaten in großem Stil für Trendanalysen nutzen. Wenn also die Voraussetzung (eine breite Nutzerbasis auf eigener Infrastruktur) geschaffen ist, folgt die Änderung der Allgemeinen Geschäftsbedingungen und direkt folgend die Auswertung der eingesammelten Daten für unternehmerische Zwecke.
Gut – die Praxis beweist diese Gangart – mir fällt spontan kein Unternehmen ein, bei dem ich nicht 100%ig sagen könnte, dass es diese Daten nicht auswertet (allen voran gehen die “Großen” – Facebook, VZnet, Google, …).
Was ist passiert? Apple hat ein Update auf die allgemeinen Geschäftsbedingungen eingespielt, welches man im Prinzip nur annehmen kann, da ansonsten die Nutzung diverser Dienste (darunter iTunes und der App Store) nicht mehr möglich ist. Die Geräte behalten zwar ihre Funktionalitäten – ohne die zentralen Dienste verlieren sie allerdings nicht nur etwas von ihrem Reiz.

Über iTunes erhalten iPhone- und iPad-Besitzer nach Apples Angaben seit Ende Juni 2010 die neuen Datenschutzbestimmungen vorgesetzt. Falls sie diese ablehnen, können sie das Gerät weiter einsetzen, allerdings ist die Nutzung des iTunes und App Store dann nicht mehr möglich. Das dürfte für viele Gerätebesitzer eine enorme Einschränkung bedeuten. Stimmen sie den Datenschutzbestimmungen zu, gestatten sie Apple, Standortdaten zu speichern und an Partnerunternehmen weiterzugeben.

Nun kann man von dieser Praxis halten was man will, unter rechtlichen Gesichtspunkten ist dieses Vorgehen (unter Einhaltung einiger Spielregeln) weder zu beanstanden noch zu verbieten.

Sofern die Daten zur Speicherung sowie der weiteren Nutzung anonymisiert werden,

handelt es sich nicht mehr um personenbezogene Daten. Ein Indikator für eine erfolgreiche Anonymisierung ist die fehlende Möglichkeit, auf bestimmte Personen rückschließen zu können. Ich für meinen Teil kenne nur wenige Fälle, bei denen dies schief gelaufen ist (darunter Google bei der Aufnahme von WLAN-Daten).

Tatsächlich ergibt sich aus den gespeicherten und verarbeiteten Daten ein Nutzen – jedoch meine ich, dass Unternehmen, die nicht über ausreichend leistungsfähige Infrastruktur verfügen, gern ein paar Euros für einen Marktforscher in die Hand nehmen – das Ergebnis dürfte sehr ähnlichen Charakter besitzen.

Mein persönliches Fazit: viel Aufregung um nichts. Warum ausgerechnet Apple, die ansonsten für eine wirklich ausgereifte Medienpolitik bekannt sind, in diesem Kontext den Treffer fängt, habe ich noch nicht herausgefunden – Angriffsflächen für derartige Anschuldigungen bieten nun wirklich viele Unternehmen…

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Fernbedienung: nie mehr leere Akkus!

Alle TV-Junkies können sich freuen: Brother hat Akkus entwickelt, die sich durch schütteln aufladen lassen. In Geräten mit niedrigem und sporadischem Energiebedarf erübrigt sich auf diese Art und Weise das Aufladen der Akkus.

Die Kapazität ist aktuell noch gering, ich nehme jedoch an, dass hart gearbeiet wird, so dass in (mittlerer) Zukunft vielleicht Handy, Digitalkamera & Co ohne Ladegerät auskommen?

Via Golem.

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