Archiv vom März 2009

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Nach der Schrottprämie kommt…

… die Ernüchterung? Oder doch die Depression oder direkt die Pleite? Wie ich mich so medial berieseln lasse, frage ich mich doch ein wenig betroffen, ob den Zeitraum nach der Abwrackprämie überhaupt jemand auf dem Radar hat. Dass die Autohäuser momentan “leergeramscht” sind, kann ich bestätigen – gleichwohl profitieren nicht alle Händler und gleich garnicht alle Hersteller gleichermaßen. So dürfte das Erlebnis Autokauf gerade im Nicht-Premium-Bereich schnell zur Katastrophe werden – genau so, wie es in der FAZ kokettiert wird – “Will hier sonst noch jemand einen Corsa?”.

Das Budget ist nun aber begrenzt – 1,5 Mrd. € können maximal 6000 Autokäufer beglücken. Schätzungen zufolge überdenken 1.000.000 potenzielle Kunden den Autokauf zur aktuellen Stunde – unter Nutzung der monströsen Rabatte sowie der staatlichen Unterstützung. Beim Durchschnittskauf (Neuwagen) wechseln so 11.000 € den Besitzer – bei Jahreswagen wird sogar teurer zugeschlagen, wobei der Markt schon jetzt leergefegt ist.

Den Absprung bereitet unsere Regierung offensichtlich schon vor: ab sofort wird die Prämie nicht erst bei Übernahme des “Neuen” sondern schon bei Abschluss des Vertrags bewilligt. Gefährlich war die Regelung vor allem für Kunden, bei denen zum Teil größere Lieferverzögerungen angekündigt wurden.

Wie geht es danach weiter? Ist der Bann gebrochen oder sind schlicht die Anreize groß genug? Unvorstellbar scheinen bei bis zu 20% Rabatt und weiteren 2.500 € vom Staat weitere Preisvorstöße – nicht bei 11.000 € VK für einen Neuwagen.

Ich habe den leisen Verdacht, dass die anstehenden Wahlen Schlimmeres (vorerst) verhindern werden. Da helfen auch Ankündigungen über die Endgültigkeit der Summe nichts. Wäre das Problem mit einer Verlängerung gelöst? Wohl kaum.

Immerhin zeigt die aktuelle Situation eines ganz deutlich: die Bedingungen für den Autokauf. Auf breiter Front scheint es weder die Lederausstattung noch eine Maschine mit 250 PS zu sein – es ist einfach nur der Preis. So heißt es für die Hersteller nun Angebote schnüren – Ausstattung zu extrahieren und Modelle einzuführen, die den Anforderungen am Markt gerecht werden. Thematisch dürfte das weitere Standardisierung und Automatisierung bedeuten. Warum auch alle Ausstattungskombinationen ermöglichen? Vermutlich sind drei ausreichend: “Low Cost” mit dem minimalen Preis, “Standard” mit der üblichen Ausstattung und “Complete” mit Vollausstattung. Glaubt man der aktuellen Marktsituation belegt die “Low Cost”-Variante 90% der Produktionsressourcen – der Standard 9% und für “Complete” bleiben 0,9%. Die verbleibenden 0,1% müssen wohl deutlich zuzahlen.

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Über Misswirtschaft und Patente – Opel in der Klemme

Nach dem lauten Poltern um die geplante Eigenständigkeit des Autobauers Opel folgt nun die Ernüchterung. Als am 26. Februar dieses Jahres die Schlagzeile “Opel besitzt die eigenen Patente nicht mehr” zu lesen war, konnte man sich nicht vorstellen, dass selbst General Motors nicht mehr frei darüber verfügen kann:

[...] ist General Motors nicht mehr im Besitz der Patente seiner deutschen Tochterfirma Opel. GM habe die Patente als Sicherheiten an das amerikanische Finanzministerium abgegeben, um Hilfen der der Regierung in Milliardenhöhe zu erhalten [...] Die mögliche Rückübertragung von Patenten auf Opel spielt eine Rolle im Sanierungsplan der Manager. [...]

So wird das Rettungskonzept als “desaströs” kommentiert, was die Stimmung bei Opel selbst und im Umfeld kaum heben dürfte. Die Staatshilfe in Höhe von 3,3 Mrd. € dürfte damit in weite Ferne gerückt sein. Dass GM über einen längeren Zeitraum Gelder an Opel fließen lässt ist ebenso unwahrscheinlich, ließ das Unternehmen doch letztens verlauten, dass man die Einleitung eines Verfahrens zum Gläubigerschutz (Insolvenz) für eine gangbare Lösung hält. Zweifel des GM-Managements an der Nachhaltigkeit des eigenen Geschäftsmodells runden die Situation ab.

Der Vergleich zum Bankensektor sei an der Stelle erlaubt. Da wurde Hals über Kopf ein Topf in Höhe der Gesamtsteuereinnahmen eines Jahres geschaffen. Vergabekriterien? Vor dem Hintergrund der HRE schwer identifizierbar. Risikomanagement? Fehlanzeige. Im Verhältnis sind die Rettungspakete für die Unternehmen eine echte Lachnummer. Die Dominoeffekte mögen keine Verwerfungen am Finanzmarkt zur Folge haben – dafür werden sie am Arbeitsmarkt sichtbar. Ich bin gespannt, welch haarsträubende Logiken im “Superwahljahr” aufgetischt werden. Lassen wir uns einfach mal die Taschen füllen…

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Lobbyismus?

Das Angebot breitbandiger “Funkverbindungen” lässt den Anbietern, die aktuell über ihre Kabelnetze Datendienste anbieten, einen eiskalten Schauer über den Buckel laufen. Neben der Telekom trifft dies wohl maßgeblich die Kabelnetzbetreiber, die es bisher nicht wirklich geschafft haben, den Markt zu durchdringen.

Wie viel Wahrheitsgehalt hinter der Vermutung steht, dass die Datenübertragung den TV-Empfang störe, lasse ich lieber offen – Fakt ist, dass die Angebote im Bereich Data und Phone deutlichst Konkurrenz bekommen.

Der Blick über den Tellerrand lässt ohnehin vermuten, dass das mobile Internet kommt – die Frage ist ansich nur noch: Wann? Hätte ich die Wahl, würde ich mich bei gleichem Preis und sogar lediglich ähnlicher Leistung mit größter Freude der Mobilität zuwenden.

Im Punkt Störungen der TV-Netze bin ich mir wirklich unsicher, ob die geschirmten Kabelwege tatsächlich eine nennenswerte Anfälligkeit aufweisen. Ein möglicher Ausweg wäre dann TV via mobilem Internet. Noch ist das Zukunftsmusik – dass die Kabelnetze noch Jahrzehnte ihren Dienst tun, wage ich jedoch zu bezweifeln. Ausnahmen bestätigen wie immer die Regel – Glasfaserbündel zur Verbindung von Rechenzentren mit Knotenpunkten werden wohl eine höhere Lebenserwartung haben :-)

Via Golem.

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Kurzes CeBIT-Review

Anfang der Woche bin ich nun auf der CeBIT gewesen. Entgegen der medialen Berichterstattung sind die Hallen nicht leer – auch nicht halb leer – und auch nicht zu 25% unterfüllt. Meinem persönlichen Eindruck nach kann die unbesetzte Fläche mit 5-10% beziffert werden – der Besucherstrom war jedoch deutlich verringert.

Gehe ich nun davon aus, dass die Ticketpreise (und das Messeprofil) doch eher auf Geschäftskunden zielen, so geht das durchaus in Ordnung. Die angegliederte Peripherie stönt – die Fachbesucher jedoch sind zufrieden.

Die Zeiten, in denen Millionen in die Präsentation neuer Produkte im Bereich Consumerelektronik investiert wurden, sind vorbei – dafür entstehen Flächen für Web und Sicherheit. Die “üblichen Verdächtigen” tummeln sich in den Hallen mit den kleinen Nummern – Business Prozesse, ERP und PPS sind nach wie vor angesagt. In den höhere nummerierten Hallen finden sich hauptsächlich Consumerprodukte.

Mein persönliches Highlight war zweifelsfrei in Halle 6 auszumachen – die Webciety-Area, in der nicht verkauft sondern informiert wurde. Vorträge und Foren statt Vertriebsoffensive – das schmeckt – nicht nur im Bereich Open Source.

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Grüne Energie? BMW testet den Mini E

Der Spritpreis ist zwar wieder auf einem halbwegs erträglichen Niveau angelangt – nichtsdestotrotz bleiben die energetischen Unsicherheiten. BMW startet einen Pilotversuch, bei dem in zwei deutschen Großstädten geschätzte 65 sogenannte “Mini E” in der Praxis getestet werden. Was sich jetzt so blumig anhört, hat im realen Leben (nicht nur) einen eklatanten Nachteil: der Elektro-Mini ist bis unters Dach vollgeladen mit Batterien, so dass lediglich zwei Sitzplätze und ein Minimum an Gepäckraum zur Nutzung zur Verfügung stehen. Ob die 150 KW in Anbetracht der enormen Masse des Equipments noch Spaß machen, würde mich tatsächlich interessieren – der Wert ansich verheißt erstmal Fahrspaß pur. Die Reichweite – einer der Hauptkritikpunkte – soll bei 200 – 250 km liegen und wird somit die Kritiker kaum in die Flucht schlagen können. Leider ist keine Angabe zum benötigten Zeitrahmen für die Akkuladung zu finden – bewegt sich dies innerhalb einer Kaffeepause oder doch eher einem Hotelaufenthalt?

Wer jetzt noch Lust auf den Alltagstest verspürt und in Berlin zu Hause ist, kann sich auf der Mini-Seite bewerben.

Der Ansatz ist trotzdem gut – wie sollen die Autos jemals Serienreife erreichen, wenn man die Konzepte nicht auf der Straße erprobt? Darüber hinaus wird es kaum relevantere Testverfahren geben als die, die im realen Leben ablaufen.

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Streik in der Krise: auch das gibts…

Wenig verwunderlich sind die Bestrebungen der Beschäftigten im öffentlichen Dienst – dort dürfte die Angst vorm Arbeitsplatzverlust deutlich niedriger sein als in dem einen oder anderen Wirtschaftszweig. Gerade hier in Sachsen wird aktuell den Forderungen im Bereich der Schulbildung Luft gemacht, so dass am Freitag bereits zum wiederholten Male kein Unterricht nach Plan stattfand.

Auch bei der Telekom verlaufen die Tarifverhandlungen eher trocken. Die Forderung liegt bei 8,5% mehr Lohn, während ein Angebot über eine Steigerung von 5,5% auf dem Tisch liegt. Mittlerweile wird seitens Verdi zudem verkündet, dass ein unbefristeter Streik als eine Möglichkeit durchaus vorstellbar ist.

Überdenkt man, dass die Medien derzeit überfüllt sind mit Meldungen zu steigenden Arbeitslosenzahlen und Kurzarbeit, finde ich diese Maßnahmen schon etwas verwunderlich. Im Falle der Deutschen Telekom darf zumindest noch auf sehr erfreuliche Geschäftszahlen verwiesen werden, die eine Erfolgsbeteiligung oder aber Lohnerhöhungen empfehlen. Gleichzeitig laufen jedoch Überlegungen zur weiteren Reduzierung der Beschäftigtenzahlen.

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