Nach der Schrottprämie kommt…

… die Ernüchterung? Oder doch die Depression oder direkt die Pleite? Wie ich mich so medial berieseln lasse, frage ich mich doch ein wenig betroffen, ob den Zeitraum nach der Abwrackprämie überhaupt jemand auf dem Radar hat. Dass die Autohäuser momentan “leergeramscht” sind, kann ich bestätigen – gleichwohl profitieren nicht alle Händler und gleich garnicht alle Hersteller gleichermaßen. So dürfte das Erlebnis Autokauf gerade im Nicht-Premium-Bereich schnell zur Katastrophe werden – genau so, wie es in der FAZ kokettiert wird – “Will hier sonst noch jemand einen Corsa?”.

Das Budget ist nun aber begrenzt – 1,5 Mrd. € können maximal 6000 Autokäufer beglücken. Schätzungen zufolge überdenken 1.000.000 potenzielle Kunden den Autokauf zur aktuellen Stunde – unter Nutzung der monströsen Rabatte sowie der staatlichen Unterstützung. Beim Durchschnittskauf (Neuwagen) wechseln so 11.000 € den Besitzer – bei Jahreswagen wird sogar teurer zugeschlagen, wobei der Markt schon jetzt leergefegt ist.

Den Absprung bereitet unsere Regierung offensichtlich schon vor: ab sofort wird die Prämie nicht erst bei Übernahme des “Neuen” sondern schon bei Abschluss des Vertrags bewilligt. Gefährlich war die Regelung vor allem für Kunden, bei denen zum Teil größere Lieferverzögerungen angekündigt wurden.

Wie geht es danach weiter? Ist der Bann gebrochen oder sind schlicht die Anreize groß genug? Unvorstellbar scheinen bei bis zu 20% Rabatt und weiteren 2.500 € vom Staat weitere Preisvorstöße – nicht bei 11.000 € VK für einen Neuwagen.

Ich habe den leisen Verdacht, dass die anstehenden Wahlen Schlimmeres (vorerst) verhindern werden. Da helfen auch Ankündigungen über die Endgültigkeit der Summe nichts. Wäre das Problem mit einer Verlängerung gelöst? Wohl kaum.

Immerhin zeigt die aktuelle Situation eines ganz deutlich: die Bedingungen für den Autokauf. Auf breiter Front scheint es weder die Lederausstattung noch eine Maschine mit 250 PS zu sein – es ist einfach nur der Preis. So heißt es für die Hersteller nun Angebote schnüren – Ausstattung zu extrahieren und Modelle einzuführen, die den Anforderungen am Markt gerecht werden. Thematisch dürfte das weitere Standardisierung und Automatisierung bedeuten. Warum auch alle Ausstattungskombinationen ermöglichen? Vermutlich sind drei ausreichend: “Low Cost” mit dem minimalen Preis, “Standard” mit der üblichen Ausstattung und “Complete” mit Vollausstattung. Glaubt man der aktuellen Marktsituation belegt die “Low Cost”-Variante 90% der Produktionsressourcen – der Standard 9% und für “Complete” bleiben 0,9%. Die verbleibenden 0,1% müssen wohl deutlich zuzahlen.

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