Archiv vom März 2009

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Qimonda: Ab 01.04. noch 500 Arbeitnehmer

Ab 01.04.09 wird die Produktion am Dresdner Qimonda-Standort auf Null zurückgefahren. Für die Weiterentwicklung der Burried Wordline sowie Wartungsmaßnahmen an den Anlagen werden dann von den ehemals 2800 Angestellten nur noch 500 benötigt. Alle weiteren Beschäftigten wechseln in eine Transfergesellschaft – für den Fall, dass doch noch ein Investor gefunden wird könnten sie direkt wieder einsteigen.

Die Höhe der Gehälter in der Transfergesellschaft wurde noch nicht kommuniziert wenngleich der Kapitalbedarf mit 14 Mio. € bekannt und gedeckt ist.

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Wirtschaftskrise? Packen wir’s an!

Während sich die Politlandschaft hierzulande in den Wahlkampf stürzt und sich somit die Handlungsfähigkeit nimmt, wird andernorts gehandelt. Dass es sich um eine für das Finanz- und Gesellschaftssystem gefährdende Situation handelt – einfach weil der Grundpfeiler, Wirtschaftswachstum, wegbricht – lässt den FDP-Vorschlag einer vogezogenen Wahl durchaus charmant erscheinen. Warum soll der Wähler in Zeiten des Umbruchs nicht entscheiden dürfen, wohin die Reise geht? Vielleicht kämen dann zumindest Konzepte auf den Tisch.

Am gestrigen Tage wurde nun die Gründung der “Bad Bank” durch US-Präsident Barack Obama verkündet – ein Konzept, welches es den Banken ermöglichen soll, ihre vergifteten Depots auszumisten. Für dieses Vorhaben stellt das Weiße Haus 1.000 Mrd US-$ zur Verfügung – die Bedingung ist jedoch die 50%ige Beteiligung von Investoren. Im Klartext: der Anleger kann sich jetzt wertloses Papier ins Depot legen und zahlt lediglich die Hälfte des Buchwertes dafür. Etwas unschlüssig bin ich mir hinsichtlich der Umsetzung – Kleinanleger scheiden aus, da sie sehr ähnliche Papiere gehandelt haben und im Zuge der Lehmann-Pleite den einen oder anderen Dollar verloren haben. Bleiben also noch die “Großen”, die einen “Ringtausch” ihrer Papiere unter Nutzung der Staatshilfe tätigen können und den Verlust somit halbieren. Dass in der jetzigen Zeit jemand frisches Kapital in die abgewracktesten Papiere am Markt pumpt entzieht sich meiner Vorstellungskraft. Was passiert also? Bank A kauft von Bank B im Wert von meinetwegen 1 Mrd $ toxische Papiere und umgekehrt – beide haben sich “in den Markt getraut” und räumen 50% beim Steuerzahler ab – geändert hat sich jedoch an der Situation nichts. Man hätte also auch einfach eine Kapitalspritze tätigen können.

Weiterhin war zu vernehmen, dass Ben Bernanke – Notenbankchef in den USA – das Problem aktiv lösen möchte. Da die Finanzierung des Staats wohl über einen kürzeren Zeitraum nicht mehr steht, da weltweit niemand Interesse an amerikanischen Staatsanleihen hat, wird Geld gedruckt. Die Hemmschwelle sinkt damit auch für andere Länder – und vor dem Hintergrund der Währungsbewegungen dürften diese mitziehen müssen. Als Exportnation werden wir wohl auch dazugehören – wird der Dollar im Vergleich zum Euro zu schwach, kommt der Export zumindest in die USA vollständig zum Erliegen. Die Kausalkette endet für dieses Szenario in einer Inflation, die auch den einzigen logischen Ausweg aus einem System darstellt, dass aus Schuldenbergen besteht, die sehr wahrscheinlich nie beglichen werden können. Vermutlich weiß Ben Bernanke über über mögliche Wirkungen besser Bescheid – als ehemaliger Verfechter von Währungsstabilität greift er hier zu Mitteln, die das Gegenteil bewirken dürften.

Es ist wohl die Wahl zwischen Pest und Malaria – zwischen dem Versuch der Rettung in dieser Finanzmarktordnung mit stetig kürzer werdenden Krisenzyklen und einem Reset des Systems durch Inflation. Viele Bekannte gibt es in den Prognosen nicht – bleibt also die “Trial-and-Error-Methode” – der Versuch macht schlau.

Interessant sind auch die Investitionsstrategien aus Abu Dhabi. Mit extremem Nachdruck arbeitet man dort daran, Barmittel in “harte Werte” umzusetzen – eine Chipfabrik hier – eine Beteiligung an Daimler da.

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Abu Dhabi steigt bei Daimler ein

Was vor nicht allzu langer Zeit noch unerwünscht war und darüber hinaus auf Grund der hohen Kurse als unwahrscheinlich galt, ist am heutigen Tage angekündigt worden: Eine Investmentgesellschaft aus Abu Dhabi steigt mit 9,1 % beim Autobauer Daimler ein. Dieter Zetsche spült dies ca. 2 Mrd. € liquide Mittel in die Kassen, mit denen nun die Erforschung gangbarer Elektroantriebe vorangetrieben werden soll. Die Investments aus der Wüste werden zudem als äußerst solide eingeschätzt, so dass dies auch einen Schutzschild vor feindlichen Übernahmen darstellt.

Wenn ich so darüber nachdenke, dürften die Krisenberichterstattung langsam mehr Wirtschaftsnews weichen. Die Reaktion an der Börse war zwischenzeitlich deutlich, auch wenn das Unternehmen zu Handelsschluss mit “nur noch” 1,4% im Plus abschließt:

daimler

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Die Eröffnung naht: Centrum Galerie Dresden

In riesigen Schritten sind die Baufortschritte auf dem Gelände des ehemaligen Zentrum Warenhauses im Dresdener Stadtzentrum fortgeschritten. Wer die Baustelle nochmal besichtigen möchte, dem wird dies nur noch einmal im Sommer 2009 möglich sein – in einem halben Jahr soll das größte Dresdner Einkaufszentrum dann eröffnen.

Unterdessen sind 80% der Fläche vermietet – neben sechs Großmietern (Peek & Cloppenburg auf 10.000qm, The Sting, Karstadt Sport, Media Markt, Konsum und Müller Drogerie mit je mehr als 1000qm) werden vor allem kleinere Läden mit regionalem Bezug einziehen – so zumindest wünscht es das Centermanagement. Bewerbungen um die verbleibenden Flächen liegen vor – wer jedoch als Dresdner sein Geschäft noch platzieren möchte, dem sei nicht von der Einreichung seiner Unterlagen abgeraten.

Langsam aber sicher startet auch die Arbeitnehmersuche der Mieter (und das zwischen den Katastrophenmeldungen!). Ca. 120 Geschäfte benötigen eine vermutlich 4stellige Anzahl Angestellte, die künftig im Konsumtempel ihren Arbeitsalltag verbringen. Sie sind auf der Suche? Der Kontakt zum Management dürfte eine Liste der feststehenden Mieter hervorbringen.

Dem Regionalblatt zufolge suchen aktuell:

  • MediaMarkt (40-50 Berater)
  • Konsum (30)
  • Sting (1 Assistent/in der Geschäftsleitung)
  • Emil Reimann (Bäcker, Konditor – für die Centrum Galerie sowie andere Filialen)
  • Marc O’Polo (1 Filialleiter, 1 Mitarbeiter Verkauf)
  • Görtz (Verkäufer/innen)
  • Korch (Filialleiter)
  • Engbergs (1 Filialleiter + 4 Verkäufer)

So – da haben wir noch nichtmal 10% der Geschäfte gelistet – bei den anderen macht der Versuch schlau :-)

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Rückt die Rettung näher?

Ungeachtet aller Einwände mehren sich die Fürsprecher der “chinesischen” Variante. Demnach könnte das Staatsunternehmen Inspur einsteigen – und damit zumindest einen Teil der Arbeitsplätze erhalten. 12 Tage vor Abschaltung der Produktionsanlagen wird der Druck auf alle Beteiligten größer und größer. Sachsens Regierung schließt eine Beteiligung nicht mehr aus – mehrere Hunder Qimonda-Angestellte zelebrieren bei der Bundesagentur für Arbeit einen “Einmarsch”.

Nach dem Ausschluss einer Staatsbeteiligung bringt Wirtschaftsminister Thomas Jurk eine weitere Möglichkeit ins Spiel: statt der bisher diskutierten 20% könnte der Freistaat sich mit 25,1% auch eine Sperrminorität am Unternehmen sichern. Gleichwohl ist die Unsicherheit über die Möglichkeiten der Politik in wirtschaftlichen Fahrwassern – gerade in Krisensituationen – groß.

Via SZ, Golem.

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Qimonda-Rettung in letzter Sekunde?

Nachdem bei Heise gestern schon zu lesen war, dass seitens des chinesischem (Staats)Unternehmens Inspur Interesse an Qimonda besteht, ist dies heute auch in der Lokalpresse zu finden.

Noch ist die ganze Wahrheit nicht raus – gemunkelt wird jedoch um einen Einstieg unter der Bedingung, dass sich der Freistaat Sachsen (alternativ der Bund?) mit 20% beteiligen. Dieses Vorgehen könnte die Fördertöpfe öffnen, ohne die Unternehmen in der Speicherbranche aktuell nicht oberhalb der Verlustgrenze arbeiten können.

Michael Jaffé’s Vorschlag ist ein Investment in Höhe von 48% durch Inspur – 20% durch den Freistaat und weitere 14% durch Portugal. Summiert ergeben sich 82% – die verbleibenden 18% könnten in den Händen der Gläubiger aufgehen.

Abgesehen davon, dass der Freistaat direkte Beteiligungen bisher schroff zurückwies, steht die Frage nach dem Technologietransfer im Raum. Die “Buried Wordline”, mit der Qimonda den Durchbruch schaffen wollte, scheint das Interesse auf sich zu ziehen – ob es die Produktionsanlagen und die Mitarbeiter in Dresden und Portugal auch tun, bleibt vorerst unklar. In Anbetracht des engen Zeitfensters, welches durch extrem knappe Mittel bleibt, ist jedoch nicht davon auszugehen, dass seitens Qimonda die Möglichkeit zur Wahl besteht.

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