Heise schreibt heute über zunehmendes Mobbing gegen Lehrer über das Internet.
Internet-Mobbing von Lehrern sei inzwischen “an fast jeder weiterführenden Schule” zu beobachten. Es sei bisher nicht gelungen, wirksam dagegen vorzugehen, beklagt der Philologenverband und zielt damit auf die Mehrzahl der Bundesländer. Diese kämen ihrer Fürsorgepflicht für Lehrer nicht nach. Lediglich Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen hätten es geschafft, ein Netz von Ansprechpartnern und Hilfeleistungen für betroffene Lehrer aufzubauen. Der Philologenverband hatte im Juli vorigen Jahres ein schärferes Vorgehen gegen Internet-Mobbing gefordert.
Das ist schon kurios – ich finde es nicht gut, wenn Leute im Internet aufgrund hoher Anonymität diffamiert werden – andererseits bekommen Schüler auch Noten. Den Ansatz der freien Meinungsäußerung kann ich in diesem Zusammenhang grundsätzlich erstmal nur begrüßen. Es gelingt ja auch einer nennenswerten Zahl Lehrer, von ihren Schülern positive Bewertungen zu erhalten.
Vielleicht versucht man ja auch seitens der Kultusministerien (oder wer auch immer für Bildung und Bildungsqualität zuständig ist), diese kostenlosen(!) Informationen zugunsten einer Verbesserung auszuwerten. Das Geld, was momentan für sinnlose Studien mit vorhersagbarem Ergebnis ausgegeben wird, kann man auf diese Weise zielgerichteter verwenden.
Einfacher ist es natürlich, die Betreiber besagter Plattformen an die Wand zu stellen – das löst schon leichtes Kopfschütteln aus…
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Falls das Lehrer (mit schlechten Bewertungen) lesen sollten:
Sie können sich relativ sicher sein, dass die Bewertungen aus ihren Klassen stammen – es macht einfach keinen Sinn, einen Lehrer zu bewerten, den man nicht kennt. Versuchen Sie doch, in Ihren Klassen direkt Feedback zu bekommen.
Überdenken Sie vorher die Situation und falls Sie sich unsicher sind, lesen Sie nach, wie man professionell Feedback einholt (zuhören, aussprechen lassen, keine Blockadehaltung, keine Abwehrhaltung, keine Drohungen, …). Die meisten Schüler dürften Ihnen dieses Angebot danken.
Leider werden die Bewertungsplattformen nicht “ehrlich” genutzt, sondern z.T. für das Mobbing instrumentalisiert. Wenn sich nur ein Schüler oder eine Schülerin in der Gemeinschaft der Unterrichteten findet, die es auf ihren Lehre/Lehrerin abgesehen hat, ist es für sie ein Leichtes mit der Hilfe von ein paar Freunden (auch aus anderen Orten) die Bewertung eines Lehrers oder einer Lehrerin in die erwünschte Richtung zu lenken. Wer sich der Illusion hingibt, die Bertungsportale gäben ein objektives Bild der Unterrichtenden wieder, hat unsere Medienrealität noch nicht verstanden.