Archiv vom November 2008

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Ja, nein, ich mein – jein!

Die Story um die Yahoo-Übernahme durch Microsoft ist nahezu endlos – Grund genug, einmal hier in der Historie zu kramen, wie sich die Dinge entwickelt haben.

Am 2. Februar diesen Jahres konnte ich über ein Angebot von satten 44,6 Mrd. $ berichten – ein Betrag der mittlerweile mehr als diskutabel erscheint. Sechs Tage und einige Orders später hatten sich die Kurse bereits deutlich verschoben. Weitere drei Tage später, am 11. Februar, erteilte der damalige Yahoo-CEO Yang Microsoft eine Absage, was zu deutlichen Zerwürfnissen mit den Aktionären führte. Diesem Schritt folgte die Erhöhung des Angebots auf 50 Mrd. $, welches Microsoft am 4. Mai zurückzog. Analysten munkelten, dass Yahoo – insbesondere Yang – damit zu hoch gepokert hatte, was erst zu deutlichen Kursverlusten führte und im späteren Rücktritt Yangs endete. Der medialen Stille und deutlichen Kursturbulenzen folgte Yangs Fallrückzieher, indem er selbst für die Microsoft-Übernahme warb. Microsoft bliebt hart und Yang trat zurück.

Am heutigen Tage ist nun von erneuten Verhandlungen zu lesen. Statt der vollständigen Übernahme ist jedoch “nur” vom Kauf der Suchmaschinen-Sparte die Rede. Das wirft spontan die Frage auf, wie groß der verbleibende Teil von Yahoo wäre und wie sich dieser finanzieren wird. Die Größenordnung der Transaktion hat sich innerhalb der zähen Verhandlungen mehr als halbiert, so dass “nur noch” von 20 Mrd. $ die Rede ist. Da die Marktkapitalisierung von Yahoo aktuell bei 16 Mrd. $ liegt, kann davon ausgegangen werden, dass Steve Ballmer den Angriff auf Google möglichst schnell wagen möchte.

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Im DAX wird gemischt

Den mehr als deutlichen Kursveränderungen sowie den Übernahmeplänen folgend, wird es im DAX zu Veränderungen kommen. Eines vorweg: Volkswagen wird (vorerst) noch im Index gelistet bleiben.

Am Mittwoch wird aller Voraussicht nach verkündet, dass

  • die Hypo Real Estate wegen geschrumpftem Börsenwert den Index verlässt.
  • Continental auf Grund eines verbleibenden Streubesitzes von ca. 10% den Index verlässt und unter Umständen nicht nur absteigt sondern garnicht mehr gelistet wird.
  • Salzgitter den Sprung in den DAX schafft.
  • Beiersdorf ebenfalls künftig im DAX gelistet wird.

Auch wenn VW jetzt noch im Index verweilen “darf”, wird die Frage in Abhängigkeit von der Übernahmegeschwindigkeit in näherer Zukunft wieder gestellt werden dürfen. Porsche strebt 75% an – nicht mehr dieses Jahr aber lange wird man sich damit nicht mehr Zeit lassen – und der Steuerzahler hält bekanntlich nach wie vor die Sperrminorität von 20%. Das zusammen ergäbe 95%. Begünstigend wirkt momentan der Umstand, dass Sicherungen von Optionsgeschäften weiterhin zum Streubesitz zählen – wenngleich die Absichten der Firma Porsche sehr eindeutig sind und die Wahrscheinlichkeit, dass diese Papiere den freien Markt nochmals sehen eher gering ist.

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Höflich und hilfsbereit…

… sind die Taxifahrer in Deutschland. Eine Untersuchung des Automobilclubs ADAC brachte jedoch das zu Tage, was jeder bereits vorher ahnte: den direkten Weg erlebt man im Taxi (vorzugsweise auf längeren Strecken) selten. Die Testfahrer bekamen Mehrkosten bis zu 20% präsentiert.

Da stellt sich mir einmal mehr die Frage, warum modere Taxis nicht mit Navigationsgeräten ausgestattet sind. Auf Fahrgastwunsch kann dann die kürzeste oder alternativ die schnellste Route geplant werden. Zugegeben: der ortskundige Fahrer weiß es besser – so hat der Kunde jedoch zumindest auf dem Infoschirm einen Überblick über seine Fahrtkosten und die Transportdienstleistung wird dort wo man gewöhnlich ein Taxi benötigt (in Gegenden, in denen man sich nicht auskennt) ein wenig transparenter.

Insgesamt fiel die Bewertung trotzdem gut bis sehr gut aus – vorgefunden wurden vornehmlich moderne sowie saubere Fahrzeuge. Am ehrlichsten und komfortabelsten geht es in Nürnberg vor Leipzig und Köln zu – Frankfurt bildet das Schlusslicht.

Via Tagesspiegel, FAZ, Süddeutsche.

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Lars Hinrichs – der Kapitän verlässt das Boot

Garagen-Gründer Lars Hinrichs, der mit der Businessplattform OpenBC ganz sicher eine hervorragende Idee hatte und diese zudem recht passabel unter dem Label Xing vermarktet hat, steigt aus seiner Position als Vorstandschef der mittlerweile börsennotierten Aktiengesellschaft aus. Sein Nachfolger wird Stefan Groß-Selbeck, der aktuell das Deutschland-Geschäft des Auktionshauses Ebay leitet.

Bei einer aktuellen Marktkapitalisierung von knapp 140 Mio. € dürfte sich der Börsengang für Lars Hinrichs gelohnt haben – wenngleich er scheinbar dazu geführt hat, dass die Eigner fast vollständig aus Risikokapitalgebern besteht:

  1. LH Cinco Capital GmbH – 27,7%
  2. Wellington Partners Ventures Incorporated – 8,7%
  3. Deutsche Bank AG – 7,95%
  4. cominvest Asset Management GmbH – 7,72%
  5. William Liao – 5,6%
  6. Absolute Capital Management Holding – 2,39%

Immerhin befinden sich 28% der Scheine in Streubesitz (Angaben via comdirect.de).

Die wirtschaftliche Situation ist im Vergleich zu anderen Netzwerken nicht zuletzt dank des Premium-Zugangs gut. 2007 erwirtschaftete das Unternehmen 19,1 Mio. €, wovon unterm Strich ein Jahresüberschuss von 4,5 Mio. € blieb. Erreicht wird dies mit einer Quote von Premium-Accounts in Höhe von 12,3%. In der Bilanz sind darüber hinaus liquide Mittel in Höhe von 37,8 Mio. € ausgewiesen, die (wenn auch nicht in voller Höhe) für Wachstums- und Übernahmeaktivitäten zur Verfügung stehen.

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Zur Freude der Anleger: DAX mit Kurssprung

Nach der stürmischen Börsenzeit der letzten Wochen konnten die Anleger heute lachenden Gemüts die News verfolgen. Das Tagesplus von 10,3% ist der drittstärkste Kursanstieg in der Geschichte des Index. Die Top-Titel des heutigen Tages lauten:

  • Deutsche Bank – +23,7%
  • Hypo Real Estate – +21,4%
  • Allianz – +20,6%

Damit gehören die größten Verlierer der letzten Zeit (Banken + Versicherungen) zumindest heute zu den Gewinnern.

Schlusslicht ist an einem Tag wie heute – wie kaum anders zu erwarten – die Wolfsburger Volkswagen AG mit knapp 10% Verlust. Ob dies einfach die typisch antizyklische Bewegung des Wertes oder schwindendes Vertrauen in die Börsengangart des Großaktionärs Porsche ist, dürfte die Zukunft zeigen. Der Verlauf sieht unterdessen interessant wie selten zuvor aus – den Freunden der Statistik dürfte das ein Grauen sein :-)

Ursächlich für die heutige Entwicklung wird der Rettung der amerikanischen Großbank Citygroup gehandelt, der ein Rettungspaket der Regierung in Höhe von 300 Mrd. US-$ zuteil wird.

Der Rückgang des Ifo-Geschäftsklima-Index auf den tiefsten Stand seit 15 Jahren blieb heute unberücksichtigt – dass das so bleibt, darf angezweifelt werden.

Via onvista.de & faz.net.

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Die Krise in Dubai…

Nach den deutlichen Verwerfungen der weltweiten Märkte infolge der Immobilien- und Finanzkrise werden nun auch in Dubai kleinere Töne angeschlagen. Diese Meldung hat dann doch zu leichter Verwunderung geführt, war ich doch davon ausgegangen, dass man im Wüstenstaat vorwiegend eigenes Kapital verbaut. Die Abwanderung von 40 bis 50 Mrd. US-$ Kapital in Verbindung mit dem Ölpreiseinbruch führte zu deutlichen Kurseinbrüchen und der Einsicht, dass Boom ohne die Milliarden von ausländischen Investoren nicht funktioniert. Der erste Schritt wird eine Kapitalsicherung über 50 Mrd. US-$ aus dem Nachbaremirat Abu Dhabi sein.

Die Situation ist damit allerdings lange nicht ausgestanden. In Dubai werden aktuell Immobilien erbaut wie auf keinem anderen Fleck der Erde – in wenigen Jahren sollen so 10 Mio. Menschen in hochklassigen bis luxuriösen Gebäuden wohnen können. Die Lücke zu den aktuell gerade 1,5 Mio. Einwohnern soll durch wohlhabende Immigranten geschlossen werden.

Das massive Überangebot führt schon jetzt zu deutlichen Wertverlusten der Immobilien – allein im letzten Monat wurde ein statistischer Preisverfall von 4% ermittelt. Entsteht nicht wie durch Zauberhand in näherer Zukunft Nachfrage, könnte der Zock mit den Wüstenimmobilien bitter enden.

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