Archiv vom Oktober 2008

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DAX-Image angekratzt – und nun?

Der deutsche Aktienindex DAX sollte eigentlich als Stimmungsbarometer für die deutsche Aktienlandschaft gelten. Auf Grund der auf ein Minimum gefallenen Menge handelbarer VW-Aktien und der Spekulationswut einiger Hedge-Fonds war der VW-Konzern kurzzeitig zum teuersten börsennotierten Unternehmen aufgestiegen – inklusive entsprechender Gewichtung im DAX. In der Konsequenz zeigte der Index nur noch die Richtung des VW-Wertes an – unabhängig von der Wertentwicklung der anderen 29 Werte.

Der Deutschen Börse haftet nun das Image des VW-Index an, so dass ab Montag VW mit maximal 10% in die Indexberechnung einfließen wird – unabhängig von der Marktkapitalisierung.

Darüber hinaus wird geprüft, ob man das Papier vorzeitig abstuft – also aus dem Index entfernt. Basis dafür könnten die extremen Volatilitäten sein. Der Grenzwert für die 30-Tage-Volatilität liegt bei 250% – aktuell stehen bei VW 387% zu Buche.

Ob die Verbannung eines derart schweren Unternehmens aus dem Index der Wahrheit letzter Schluss ist, wird wohl noch intensiv diskutiert. Sollte die Entscheidung am Montag fallen, würde der Index Donnerstag erstmals ohne VW berechnet. Stattdessen kämen Beiersdorf, Salzgitter oder Q-Cells in Betracht.

Via FAZ.

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Release: Ubuntu 8.10

Mit großem Medienecho wurde heute die neue Version der beliebten Ubuntu-Distribution freigegeben. Damit liegt man einmal mehr pünktlich im Halbjahresrhytmus. Bevor ich jetzt anfange, alles nochmal aufzukochen, einfach ein paar Links:

Freunde freier Software (und solche, die es werden wollen), können in gewohnter Manier das Medium downloaden und vor der Installation einen Blick auf das Live-System werfen.

Wer sich mit Gnome nicht anfreunden kann, findet beim Derivat Kubuntu eine KDE-Oberfläche.

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Nehmen oder doch nicht nehmen?

Im Interview verkündet Peer Steinbrück heute, dass es Gespräche mit diverse Banken um die Annahme des Rettungsangebots gegeben habe. Unter den vier bis fünf Interessenten seien demnach auch Institute, die bisher in der Öffentlichkeit eine ablehnende Kommunikationsstrategie verfolgten. In den Fokus der Spekulationen rückt die Deutsche Bank. Ob Josef Ackermann diesen Schritt schadlos machen kann, darf man bezweifeln – war er doch unlängst noch der Meinung, dass man sich für die Inanspruchnahme “schämen” müsse.

In Amerika haben unterdessen 33(!) Institute auf staatliche Hilfeleistungen zurückgegriffen – hierzulande beschränkt sich die Unterstützung bislang auf einige Landesbanken.

Via FAZ.

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Volkswagen-Gong – die Erste

In Folge der massiven Kursschwankungen der Volkswagen-Aktie hat die Deutsche Börse nun auf nicht unerheblichen Druck hin vorzeitig reagiert. Ab kommendem Montag wird die VW-Aktie in den deutschen Aktienindex DAX mit einer maximalen Gewichtung von 10% eingehen. Während der massiven Kurssprünge und der damit verbundenen Wertsteigerung war der Einfluss des Konzerns in der Spitze auf 50% gestiegen und hatte zu deutlichen Verzerrungen geführt.

Die Einsicht der Porsche-Verantwortlichen (mit nicht ganz uneigennützigem Handel) bis zu 5% der Anteile freizugeben, konnte die Entscheidung nicht verhindern. Der Ankündigung folgte der Vorwurf, Porsche würde den Wert des VW-Konzerns beeinflussen. Tatsächlich würde der Verkauf von Optionen, welche Porsche zur Kurssicherung nutzt, den Schwaben ungeahnte Summen in die Kasse spülen. Bei einer Marktkapitalisierung von bis zu 300 Mrd € stehen dem 5%-Paket (ungehebelt) 5 Mrd € gegenüber.

Auch die Tatsache, dass Porsche (inklusive Funktionären) zeitweilig der Zugriff auf 120% der VW-Anteile möglich war, stützt die These der agressiven Spekulation. Ermöglicht wird dies durch Terminkontrakte und Leerverkäufe. Der auch sonst nicht unübliche Vorgang dürfte die Banken im Fall VW einiges kosten.

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Konjunkturpaket kommt…

Dem 500-Mrd-Euro-Rettungspaket für die Bankenlandschaft wird demnächst ein Konjunkturpaket folgen. Vor garnicht allzulanger Zeit wurde diese Maßnahme aus Regierungskreisen noch als unnötig abgetan – was sich so als nicht ganz korrekt erwies. Im Gegensatz zu in der Vergangenheit bereits beschlossenen Wirtschaftshilfen sollen diesmal keine “Strohfeuer” abgebrannt werden. Ziel ist maßgeblich die Automobilindustrie, was angesichts der (Volkswagen mal ausgenommen) angespannten Lage durchaus diskutabel erscheint.

Die Summen sind einmal mehr astronomisch. Eine angesprochene Maßnahme besteht in der vorzeitigen Auszahlung von Fördermitteln, welche ursprünglich bis ins Jahr 2013 geplant wurden. Die Summe beläuft sich in diesem Punkt auf 350 Mrd €.

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Volkswagen – wann kommt der Gong?

Von Häusermarkt über Finanzkrise und Rettungspaket zu Volkswagen. Der Steuerzahler darf sich im Besitz von 20% sehen während Porsche mittlerweile Zugriff auf 74% der Anteile besitzt. Davon liegen 42,5 % von VW im Depot der Holding während weitere 31,5 % in Form von Optionen gesichert sind – die zugehörigen Aktien weilen (hoffentlich) in den Depots der Emittenten.

Um die verbleibenden 6% wird derweil im Börsenhandel gestritten als gäbe es keine Morgen. Getrieben von Leerverkäufen durchbricht die Aktie am heutigen Tag die 1000-Euro-Marke und VW wird damit kurzzeitig zum teuersten Konzern der Welt. Kennzahlen? Interessieren nicht mehr – die Bewertung liegt mit einem KGV von 80 erschütternd weit in der Spekulationszone.

Wer jetzt denkt, sich eben schnell mit Puts einzudecken, kommt leider zu spät. Da sich diese ganz offensichtlich nicht mehr deckeln lassen, ist es derzeit defakto unmöglich, auf den so extrem wahrscheinlichen Kurseinbruch zu spekulieren. Schade eigentlich :-)

Eine kleine Nebenerscheinung werden wohl Abschreibungen einiger Banken in Milliardenhöhe werden – den Termingeschäften sei dank. Darüber hinaus prüft die Bafin, ob es zu vorsätzlichen Kursmanipulationen gekommen ist.

Sinkt der Anteil handelbarer Papiere auf unter 5%, wird der Wert aller Wahrscheinlichkeit nach aus dem Index verschwinden – und auch dies wird nicht ohne Poltern stattfinden. Auf Grund der extremen “Wertsteigerung” besteht der größte deutsche Index aktuell zu 23% aus Volkswagen (in der Spitze wurde die Hälfte der Kapitalisierung des gesamten Index! erreicht). Der Unternehmenswert belief sich zwischenzeitlich auf 295 Mrd €. So betrachtet könnte man sich bei Porsche glatt ärgern, dass man die Anteile nicht in Form von Spekulationsgewinnen realisieren kann.

Weitere Infos bei der FTD, der FAZ, der Sueddeutschen und allen anderen Gazetten :-) Das Bild war heute bei der Comdirekt zu finden.

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