Ebay gibt sich die Kugel – nicht schnell aber stetig…

Der zunehmende Druck auf den Online-Auktionär eBay führt mehr und mehr zu Änderungen, die nicht ausschließlich dem Wohle des Kunden dienlich sind. Die neueste Idee umfasst das Angebot eines Pauschaltarifs – statt bisher monatlichen 19,95 € zuzüglich Einstellgebühren pro Artikel hat der gewerbliche Verkäufer nun auch die Option einer Flatrate – für 299 € kann der geneigte Spammer Verkäufer nun so viele Artikel einstellen wie ihm lieb ist. Die Verkaufsprovision ändert sich allerdings nicht – sie bleibt zwischen 6 und 17% (abhängig vom Produkt, Preis,…).

Tatsächlich löst eBay für die Verkäufer ein Problem: Artikel, welche nicht verkauft wurden kosteten trotzdem Geld. Der unschlagbare Vorteil liegt allerdings darin, dass sich darüber die Menge der Artikel auf der gesamten Plattform selbst reguliert hat.

Meine Prognose für die nächste Zeit: Verkäufer spammen die gesamte Plattform mit Produkten zu, die ansich niemand braucht – für den Käufer sinkt die Attraktivität der Plattform dadurch stetig, bis der Nullpunkt erreicht ist. Wer günstig im Netz einkaufen möchte, hat mittlerweile die Wahl: neben Amazon haben sich diverse Preissuchportale etabliert, auf denen man wirklich komfortabel zu einem Produkt viele Anbieter sortiert nach Angebotspreisen suchen kann. Im Gegensatz dazu wird man bei spamBay zu einem Produkt eine endlose Anzahl Trefferseiten von einem Anbieter zu sehen bekommen. Reell vergleichen? Fehlanzeige.

Groß-Selbeck rechnet kurz vor, was sich preislich für den Verkäufer ändern könnte:

Wie sich das insgesamt nicht ganz einfach bleibende neue Gebührensystem für gewerbliche Händler konkret auswirken wird, lässt sich laut Groß-Selbeck nicht pauschal sagen. Er rechnete an Beispielen vor, dass etwa ein Buch für 29 Euro künftig trotz einberechneter PayPal-Gebühren mit einer Verkaufsgebühr in Höhe von 4,40 statt 5,08 Euro zu Buche schlage. Wer einen iPod Toch für 300 Euro verkaufe, müsse dagegen mit einer Steigerung der Verkaufsgebühr um fünf Euro rechnen

Es sind jetzt schon keine hochpreisigen Produkte mehr auf eBay zu finden – das soll sich durch diese Anpassung ändern?!

Dem Käuferschutz, von dem mir noch kein Fall zu Ohren gekommen ist, in dem er gegriffen hat, nimmt man jetzt die 1000€-Obergrenze. Damit sind nicht versicherte Produkte unendlich versichert – hurra!

Via Heise und Golem.

Related posts:

  1. Ebay – Jetzt wird gehandelt! Das Auktionshaus Ebay, dass seit geraumer Zeit mit Image- und scheinbar auch mit geschäftlichen “Problemen” zu kämpfen hat, ändert nun...
  2. Ebay unter Druck Wie an verschiedenen Stellen zu lesen ist (z.B. da, da und da) leidet Ebay unter Verkäuferschwund. Diese Meldung war vor...
  3. Ebay vermeldet: Änderungen im Bewertungssystem Wie ich hier schon berichtete, ändert Ebay nun sein Bewertungssystem. Per Mail flatterte mir (auszugsweise) folgende Mitteilung ins Haus: Die...
  4. Noch mehr Änderungen bei Ebay Nach der Ankündigung über die Änderung des Bewertungssystems, welche gemischt aufgenommen wurde, holt Ebay nun zum Rundumschlag aus. Punkt zwei...
  5. Kleiner Surftipp: Ebay in der Krise In der FAZ ist schön und verhältnismäßig kurz abgerissen, was dem Management von Ebay derzeit wohl die größten Bauchschmerzen bereitet....