Content is King – oder doch nicht?!

Christiane zu Salm ist heute im FAZ-Sonntagsinterview mit einigen interessanten Ansichten abgedruckt. Die Frau, die als MTV-Geschäftsführerin die Karriereleiter betrat, zwischenzeitlich als Finanzinvestorin agierte und immerhin 100 Mio. € verwaltete und schließlich noch im Rahmen des Umbaus von TM3 zu Neun Live zu erwähnen wäre, ist nun als Vorstand Cross Media beim Burda-Verlag gelandet.

Kernthese lautet: “Im Internet zahlt niemand für Inhalte.” Das stimmt – ABER: keine Inhalte, keine Besucher – keine Besucher keine Monetarisierung. Ich glaube fast, dass man von ihr in nächster Zeit mal wieder lesen wird – positiv oder negativ. Ob sich eine derart brutale Monetarisierungsstrategie wie bei Neun Live wiederholen lässt, wage ich allerdings zu bezweifeln.

Die Trends und damit auch ihre Strategien sieht sie in der Verknüpfung von Inhalten, Commerce und Monetarisierung. Das klingt nicht nur nach Neun Live – das riecht auch so und wird wohl auch so aussehen. So wird es wohl nicht mehr lange dauern, bis man bei “Elle” (ich dachte, das wäre eine Frauenzeitung – also ein journalistisches Produkt) demnächst einen Onlineshop vorfinden wird. Eine kleine Community-Komponente, in der der User vorzugsweise über seine neu erstandenen Schuhe, Taschen, Brilliantringe und Gürtel diskutieren kann, würde das Angebot ergänzen. Vielleicht wird man auch bei der Gewinnspielhotline anrufen können und wenn der “Hot Button” zufällig gerade zuschlägt, bekommt man dann die 400€-Schuhe kostenfrei geliefert.

Fakt ist, dass Inhalte allein noch niemanden reich gemacht haben – was auch der Grund für das Überdenken der Strategie sein dürfte. Mit einem anständigen Konzept und einer ordentlichen Portion Mut könnte ich mir das sogar vorstellen. Mit Krawall-Marketing wird das wohl aber nix…

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