Datenflop bei Vodafone - Flat ist noch weniger Flat!
12. August 2008 von Stefan Jung
Da wird geworben, dass sich die Bäume biegen und wenn es um die Erbringung der Leistung geht, ist der Ärger für den Kunden groß.
Vodafones Mobile Connect-Tarife Flat und Flat Plus sind keine wirklichen Flatrates - soweit ist das erstmal nicht neu. Hinzu kommt zum ersten das Verbot zur Nutzung von Peer-to-Peer-Netzwerken. Abgesehen vom schlechten Ruf dieser Netze gibt es durchaus legale Anwendungsmöglichkeiten. Dass man beim Kauf eines Internetzugangs allerdings davon abgehalten wird, gleicht ein wenig der chinesischen Regulation.
Vorstellen kann ich mir, dass die darüber übertragenen Datenvolumina das “normale Maß” übersteigen können. Den Kunden interessiert die (in diesem Fall offensichtlich fehlerhafte) Preiskalkulation allerdings nicht.
Punkt zwei auf der Tagesordnung wären die Instant-Messaging-Dienste. Weil der Konzern scheinbar Angst um die SMS-Umsätze hat, sind diese kleinen und extrem verbreiteten Tools verboten. Das ist schon ziemlich extrem, da beim Netzbetreiber kaum Kosten durch die Nutzung entstehen. Dieser Punkt wäre für mich ein klares KO-Argument.
Die Modalitäten gelten für Kunden, die ihren Vertrag nach dem 01.08.2008 abgeschlossen haben. Vorher galten 10GB als “Drosselgrenze” und Verbote von Peer-to-Peer sowie Instant Messaging gab es auch nicht.
Fazit: Es wird nicht lange dauern, bis auch T-Mobile sein Erbringungsgefüge angepasst hat - somit hat der Kunde wie gewohnt keine Wahl. Schön :-)
Tags: daten, flatrate, hsdpa, internet, t-mobile, umts, vodafone
Es gibt ja zum Glück mehrere Möglichkeit IM “zu machen” ohne diese Programme zu brauchen: man kann bitlbee benutzen oder so webdienste ala meebo.
Ich frag mich ob Vodafone nicht abmahnen könnte, so von wegen “ist doch gar keine Flat”, aber das führt vielleicht auch zu weit. Einfach kein Kunde werden reicht mir…
So betrachtet kann man den meisten IM-Tools die Kommunikation über Port 80 beibiegen - damit ist der Traffic für den Netzbetreiber ansich nicht mehr auszumachen. Websites, die den Client in Form eines Serverskripts anbieten dürften natürlich bekannt sein.
Ich kann mir die Konsequenz auch garnicht so recht vorstellen - will Vodafone Kunden, die IM nutzen kündigen? Die Schlagzeile in allen großen IT-Magazinen würde mich schon interessieren…