Barack Obama spricht in Berlin
24. Juli 2008 von Stefan Jung
Der US-Präsidentschaftskandidat hat heute in Berlin eine Rede vor geschätzten 150.000 Menschen gehalten. Ich bin ehrlich gesagt mehr als erstaunt.
Erstens beeindruckt mich diese Euphorie, die die Leute ihm gegenüber an den Tag legen. Er spricht in einem fremden Land über Themen, die den einzelnen das ganze Jahr nur peripher tangieren und trotzdem finden sich 150.000 Leute, die ihm zuhören wollen.
Zweitens fand ich den Mut beeindruckend, auch unangenehme Themen anzusprechen. Gerade im Vorfeld von Wahlen hat sich das in der deutschen Politik nicht durchsetzen können. Unliebsame Themen werden hier lediglich von den politischen Kontrahenten gebracht - Barack Obama nimmt nur ein kleines Blatt vor den Mund - fand ich irgendwie gut.
Drittens bin ich doch leicht verwundert darüber, dass dieser Präsidentschaftskandidat wie ein Popstar gefeiert und bejubelt wird. Wenn sich deutsche Regionalpolitiker in die Menge wagen, stehen für gewöhnlich nur eine Hand voll Leute davor - und das obwohl die Themen direkt vor der Haustür existieren und gelöst werden müssten.
Und viertens bin ich gespannt, ob und wie sich dieser Auslandswahlkampf in Erfolg umrechnen lässt.
Tags: barack, obama, präsident, usa, wahlkampf
Naja, das übliche Geschwafel halt. Im Wahlkampf wird viel geredet. Man kennt das Phänomen der Bequemlichkeit, das erstmal eintritt wenn der Amtsantritt letzten Endes beginnt. Bush hat damals ja erstmal Urlaub gemacht. Sehr schön. Das sind unsere Selberrücken :)
Wie gesagt - ganz so war es dann doch nicht. Viel Rede und das Bestreben nach den vor allem in Amerika so wichtigen Jubelbildern gehört natürlich dazu - wer will schon auf seiner Wahlkampftour ausgepfiffen werden?!
In der Tat wird vor der Wahl viel geredet, was dann später kommt, wird sich herausstellen. Aber dieser Mann hat Charisma, eine positive Ausstrahlung und zieht Menschen in seinen Bann. Und alles, was an Demokraten nach Bush kommt, kann nur besser sein.