Schroffes Ende: Microsoft will Yahoo nicht mehr
4. Mai 2008 von Stefan Jung
Microsoft hat die Übernahme des Internetunternehmens Yahoo zu den Akten gelegt. Nachdem man das Angebot von 45 auf 50 Mrd. US-$ erhöht hatte und sich der eisige Wind seitens Yahoo auch dadurch nicht legte, zog man das Angebot gänzlich zurück.
Den Yahoo-Anteilseignern wird am kommenden Handelstag wohl genau dieser eisige Wind um die Nase wehen - die neuerliche Kursentwicklung mit doch erheblichen Wertsprüngen resultierten doch hauptsächlich aus den Übernahmespekulationen.
Vielleicht tut Microsoft damit ganz recht - dem eigenen Börsenwert war die Aussicht auf Übernahme ja nicht so gut bekommen. Durch den gesunkenen Kurs wäre die Transaktion zudem noch teurer geworden, da man Teile der Summe durch eigene Anteilsscheine begleichen wollte.
Anbei noch ein Auszug aus der FAZ:
Tags: börse, microsoft, spekulation, übernahme, yahooAnalysten glauben, dass Yahoo überzogen hat
Analysten gehen davon aus, dass Yahoo mit seiner abwehrenden Haltung gegenüber Microsoft überzogen hat und erwarten, dass der Konzern dies mit einem Wertverlust seiner Aktien von 30 Prozent bezahlen wird. „Wow. Ich bin geschockt, dass Yahoo nicht vernünftiger war“, sagte Walter Price von der RCM-Vermögensverwaltung in San Francisco, die sowohl Microsoft- als auch Yahoo-Aktien hält. Es sei zudem überraschend, dass Ballmer keine feindliche Übernahme für 33 Dollar je Aktie versucht habe.
Andere Analysten glauben, dass Microsoft sein Gebot aus strategischen Gründen zurückgezogen haben könnte. Damit verstärke der Softwarekonzern den Druck auf Yahoo, ein künftiges Angebot anzunehmen. Einer mit den Verhandlungen vertrauten Person zufolge brachte Microsofts Drohung mit einer feindlichen Übernahme Yahoo bereits dazu, seine ursprüngliche Forderung von 40 Dollar je Aktie auf 37 Dollar je Aktie zu senken. Der Preis sei jedoch nicht das einzige Hindernis in den Verhandlungen gewesen, sagte die Person. Microsoft habe zudem kartellrechtliche Bedenken Yahoos nicht ausräumen können. Zudem habe Yahoo eine Garantie dafür gefordert, dass das Angebot Microsofts bis zu einer möglichen Übernahme gleichhoch bleibe.