Datenschutz in den USA

Worüber man hierzulande lieber nicht spricht (ob man es nun tut oder nicht), ist in den USA scheinbar mittlerweile üblich. Das Schlüsselwort heißt Microtargeting und erlaubt es dem “Anwender”, Zielgruppen bedarfsgerecht anzusprechen. Vorstellbar ist dies in erster Linie im Handel – anhand der Wohngegend, dem Einkommen, dem Familienstand, dem bisher schon erfassten Kaufverhalten, dem Besitzstand und einiger anderer äußerst brisanter Daten lässt sich ziemlich genau abschätzen, welche Produkte oder Produktgruppen in welchen Preissegmenten interessant sein könnten. Einige werden sich jetzt denken “Super! Da bekomme ich nur noch Werbung, die mich wirklich interessiert!” – andere werden sich ärgern, wenn ihnen aus vollkommen unerklärlichen Gründen der Kreditantrag für den Eigenheimbau abgelehnt wird (weil er beispielsweise in einer für die Bank uninteressanten Region wohnt).

Was im Handel und im Bankwesen funktioniert, wird wohl in der Politik nicht versagen – so zumindest ist die Devise lt. Heise im amerikanischen Wahlkampf. Anhand einiger Analysen werden die Leute gezielt über die Wahlkampfziele der eigenen Partei informiert (oder eben belogen). Möglich sind so völlig unterschiedliche (und im Extremfall auch kontraire) Kampagnen, nach denen in der Bevölkerung kaum noch jemand unbedient bleibt.

Das schlechte an politischen Entscheidungen: des einen Freud ist des anderen Leid…

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