Regierungsbildung in Sachsen: Milbradt tritt zurück
14. April 2008 von Stefan Jung
Nicht unerwartet allerdings auch nicht im üblichen Zeitraster tritt Sachsens Ministerpräsident Milbradt zurück. Nachdem er durch das Landesbankdesaster und einigen privaten Anlagen in diesem Zusammenhang auch innerhalb seiner Partei an Rückendeckung verloren hatte, empfahl er heute seinen Nachfolger.
Dies soll der derzeitige Finanzminister Stanislaw Tillich werden. Georg Milbradt hatte seiner Zeit als Finanzminister die Geschäfte eingerührt, über die heute lieber keiner mehr spricht. Aber gut - so schlecht kann diese Wahl nicht sein, der Koalitionspartner SPD hat die Entscheidungen abgenickt.
Der scheidende Ministerpräsident begründet seine Entscheidung für den jetzigen Zeitpunkt der SZ gegenüber damit, dass ihm ein geordneter Übergang wichtig sei. Im Hinblick auf die Wahl 2009 dürfte das geschickter sein, als die “Hinhaltetaktik” wie sie von anderen Politikern gern gefahren wird.
In der FAZ geht man mit Herrn Milbradt etwas härter ins Gericht. Die Geschäfte mit hochriskanten amerikanischen Immobilienanleihen und der Fast-Bankrott der Sächsischen Landesbank sind dort nochmal niedergeschrieben.
Tags: cdu, dresden, milbradt, ministerpräsident, rücktritt, sachsen, spd, tillich