Virtualisierung und Lösungsansätze für KMU

Letztens bin ich auf einige Möglichkeiten der Virtualisierung gestoßen. Neben Xen und OpenVZ gibt es noch einige mehr – was allerdings hier jetzt keine große Rolle spielen soll.

Kurze Theorie: durch Virtualisierung ist es möglich, auf einem Hardwareserver mehrere virtuelle Umgebungen (quasi eigene “Server”) zu betreiben. Dazu wird im Hostbetriebssystem eine (oder mehrere) virtuelle Umgebung gestartet, die ein separates Betriebssystem zur Verfügung stellt – aber keines wirklich ist. Momentan findet man solche Anwendungen vor allem in großen Rechenzentren – hauptsächlich bei Hostern. Die im Regalfall zu großzügig ausgelegte Hardware wird auf auf mehrere Teilanwendungen verteilt, was zu einer deutlich verbesserten Kapitalnutzung führt. Diesen Vorteil nutzen bereits viele Unternehmen – wenngleich oftmals unbewusst. Eine etwas ausführlichere Einführung in das Thema findet man unter wikipedia/virtualisierung.

Nun stellt sich die Frage, warum genau eben dieser Vorteil im normalen betrieblichen Umfeld in seltensten Fällen genutzt wird. Dazu ein kurzer Einblick in die Arbeitsweise kleiner Unternehmen bzw. Arbeitsgruppen. Meist werden mehrere PCs getrennt voneinander betrieben und teilen sich eine Internetverbindung. Auf jedem dieser PCs existiert ein Benutzerprofil und ein riesiger Haufen (für gewöhnlich) unsortierter und für die anderen Anwender nicht nutzbarer Daten (Eigene Dateien ist in diesem Zusammenhang das Microsoft-Zauberwort). Gerade im Bereich Kleinstunternehmen (bis 10 Mitarbeiter) ist dieses Szenario nach wie vor absolut üblich. Wenn überhaupt Daten über das Netzwerk geteilt werden, so meist über die Windows-Funktion “Dateien freigeben” – welche ganz sicher nicht dafür geeignet ist. Worst Case wäre wohl die Freigabe einer gesamten Partition, was hoffentlich nicht mehr so oft zu finden ist.

Die Ursache dafür ist meines Erachtens das Fehlen einer Out-of-the-Box-Lösung. Die Zusammenstellung eines solchen Systems erfordert scheinbar noch zu viel Expertenwissen, als das es jetzt schon überall eingesetzt werden könnte. Dabei ist es problemlos möglich, die Vorteile (welche in großen Unternehmen seit Jahren genutzt werden) auch für kleine Umgebungen verfügbar zu machen. Diese sind im Einzelnen:

  • eine LDAP-Umgebung (zentrale Userprofile,…)
  • zentrale Datenablage (z.B. in einer Datenbank)
  • zentrale Informationsquellen (kleine Intranetlösung)
  • Groupwarelösung (Mail, Aufgaben, …)
  • gemeinsame (sichere!) Nutzung der Internetverbindung

Warum das Sinn macht? Wo vorher Mitarbeiter A zu Mitarbeiter B gegangen ist und sie zusammen ein Dokument in seinem “Datenhaufen” gesucht haben (und dafür zu zweit eine Stunde geopfert haben), wäre es nun möglich, per Abfrage auf den gesamten Firmendatenbestand zuzugreifen. Das beste daran: dank vernünftiger Userverwaltung kann auch Cheffe seine “eigenen” Daten behalten.

Zum Ansatz wäre folgendes zu sagen:

Ein Server wird geteilt, wodurch für LDAP, Datenablage, Intranet, Groupware und zum Routing der Internetverbindung incl. Firewall eigene Umgebungen entstehen. Für OpenVZ kann ich festhalten, dass jeder dieser Server eigene IP-Adressen haben kann und eine linuxoide Routinglösung einem preiswerten Hardwarerouter ohnehin vorzuziehen ist. Es hängt also nur der “Routingserver” direkt am Netz – die anderen werden in einem privaten Adressbereich zur Verfügung gestellt. Nun sind einige Sicherheitseinstellungen zu tätigen und die Netze zu verteilen. Für alle Anwendungsfälle existieren gute OpenSource-Projekte, so zum Beispiel openLDAP, SAMBA, MySQL, Apache, opengroupware und viele mehr, einmal “vorkonfiguriert”, lassen sich dank der durch die Virtualisierung sehr transportablen Umgebungen an verschiedenste Anwendungsfälle anpassen. Nebenher kommen noch weitere Vorteile wie beispielsweise die Möglichkeit eines zentralen Druckservers, sofern erforderlich. Ein solches System wäre zudem in höchstem Maß skalierbar. Die Kosten beliefen sich meines Erachtens nach dank des stetigen Preisverfalls im Hardwaremarkt auf einen kleinen vierstelligen Betrag.

Sollte jemand ein Projekt dieser Art kennen oder gibt es Interesse am Thema, wäre ich für eine EMail dankbar.

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