Seitens des Bahn-Vorstands wurde ein neues Angebot vorgelegt, welches eine bis zu 10%ige Lohnsteigerung und eine Einmalzahlung von 1400 € für bereits geleistete Mehrarbeit vorsieht. Dazu wird vorgeschlagen, angehäufte Überstunden bar auszugleichen, was bisher nicht möglich war. Zudem ist eine erhöhte Mitarbeiterbeteiligung von 600 € angedacht. In Summe ergeben sich bis zu 2000 € Sondererlös für die Lokführer.
Auch bei der zentralen Forderung nach einem eigenen Tarifvertrag macht die Bahn Zugeständnisse. Dieser ist nun möglich, Bedingung sei allerdings, dass sich dieser nahtlos in die bestehende Tarifstruktur einbinden lässt. Damit will man eine Spaltung der Belegschaft verhindern.
Nachdem die GDL lange Zeit auf einer Erhöhung um 31% beharrt hat, gibt sie sich jetzt scheinbar kompromissbereiter und stellt eine schnelle Einigung in Aussicht. Vorausgegangen waren erneut Streiks am vergangenen Freitag, die bundesweit zu erheblichen Störungen des Bahnverkehrs geführt hatte.
Langsam wäre es doch angemessen, diesen Ringelpips zu beenden. Nachdem sich letztens ein GDL-Sprecher freimütig zu Sektduschen bei einer Erfüllungsquote von 50% geäußert hatte, musste man sich schon fragen, wer eigentlich welches Ziel verfolgte.
Was für den Einen als Erfolg verbucht werden kann, hat der Bahnkunde zu spüren bekommen. Statt konstruktiver Diskussion über Arbeitszeiten, Entlohnung und Service hat man Streiks und wartende Leute gesehen. Nun darf man gespannt zuschauen, wie sich die Akzeptanz der Bahn weiterentwickelt.