Die Denic und ein wenig Statistik

Oder anders – der Unterschied zwischen Ost und West.

Die Denic ist die Institution, welche sich um die Registrierung von TLD’s (Top Level Domains) im deutschen Raum – genau gesagt um de-Domains – kümmert. Da die Daten dort ohnehin zusammenlaufen, gibt es auf der Denic-Homepage eine Statistikrubrik.

Domains absolut 2006 In dieser Grafik ist die absolute Domainverteilung auf das Bundesgebiet zu sehen. Auf den ersten Blick sieht das nicht sonderlich seltsam aus – allerdings fehlt hier der Bezug zur Bevölkerung. Die nächste Abbildung hat mich dann doch verwundert.
Domains relativ 2006 Hier ist nun zu sehen, dass im Osten das Interesse an neuen Medien scheinbar auf dem Nullpunkt liegt. Das mag ich allerdings dann doch nicht glauben. Mein Eindruck ist eher, dass das Interesse an Onlineangeboten riesig ist, es allerdings kaum Leute gibt, die selber im Internet anbieten wollen. Während im Osten Werte zwischen 25 und 75 Domains pro 1000 Einwohner erreicht werden, liegen diese im Westen bei 75 bis 125 pro 1000 (jeweils ungeachtet der Ballungsgebiete).

Was bedeutet das nun eigentlich? Die privaten Homepages kann man wohl ausklammern. Interessanter sind Onlineshops und andere kostenpflichtige Angebote.

Da Geiz ja bekanntlich geil ist, geht der Trend klar in Richtung Onlineshopping. Da Geiz aber nicht alles ist, geht man sich lieber nochmal beim Einzelhandel beraten lassen, bevor man dann (vollkommen ohne schlechtes Gewissen) das Produkt der Wahl im Internet kauft. Soweit so gut – zumindest für die Händler, die Onlineangebote unterhalten. Dieses Segment scheint zu großem Anteil den Domainunterschied auszumachen. Ich darf mich jetzt betroffen fragen warum – die Lohnerwartung im östlichen Teil der Republik ist niedriger und Räume sind ebenso preiswerter. Der Markt ist transparent, er umfasst das gesamte Bundesgebiet und Hauptkriterium für den Kauf ist der Preis.

Ebenso verwunderlich ist die Tatsache, dass von den kleineren Einzelhändlern fast keiner im Internet zu finden ist. Findet man wider Erwarten eine Präsenz, ist diese meist inhaltslos – keine Produkte, keine Informationen – im Regelfall nur eine Adresse – dabei ist das die Chance, das Portfolio zu bewerben, die Kundenfrequenz zu erhöhen und im Ergebnis den Absatz zu steigern.

No related posts.